Alte Alternative zu Pipeline-Plänen

K+S: Lokführer-Gewerkschaft schlägt Laugentransport per Bahn vor

Alternativvorschlag: Die Salzlauge könnte statt mit einer Pipeline auch per Zug zur Nordsee transportiert werden, schlägt die Lokführergewerkschaft GDL vor. Unser Bild zeigt einen Kalizug. Foto: nh

Hersfeld-Rotenburg. Die Ortsgruppe Bebra der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) sorgt sich um den Düngemittelkonzern K+S.

Nachdem kürzlich klar wurde, dass die Pipeline zur Oberweser und damit auch eine dauerhafte Lösung der Abwasserproblematik nicht zu erwarten sei, ist die Sorge um einen der größten Auftraggeber im Schienengüterverkehr in Nordhessen groß. Ortsgruppen-Vorsitzender Thomas Mühlhausen: „Bei DB Cargo in Nordhessen hängt, ähnlich wie bei vielen anderen Unternehmen in der Region, ungefähr jeder zweite Arbeitsplatz an K+S.“

Ohne Lösung der Laugenproblematik seien Drosselungen oder Stilllegungen von Produktionsanlagen unvermeidlich, was unmittelbare Auswirkungen auf die Mitarbeiter bei DB Cargo haben werde, sagt Mühlhausen. „Täglich verlassen zwei Dutzend und manchmal sogar mehr Züge die Bahnhöfe Neuhof und Heringen. Jeder Zug bedeutet auch die Zuführung von leeren Waggons zur Beladung, deren technische Untersuchung auf Betriebsfähigkeit, eventuelle Instandsetzung und vieles Mehr“, erläutert der Gewerkschafter.

Wegen der Umweltbelastungen könne es zwar kein „Weiter so!“ geben, räumt Mühlhausen ein. Er würdigt aber ausdrücklich die Anstrengungen von K+S: Die Salzlast in Werra und Grundwasser sei spürbar verringert worden.

Schon 2008 hatte Werra-Meißner-Landrat Stefan Reuß vorgeschlagen, die Lauge ab Neuhof und Heringen per Bahn Richtung Ost- und Nordsee zu transportieren. Die GDL unterstützte schon seinerzeit den Vorschlag, den sie nun erneuert. Mühlhausen: „Vorstellbar erscheint aus unserer Sicht zumindest in der Übergangs- und späteren Finalphase der Transport von mehreren Zügen pro Tag. Diese könnten dabei auch auf mehrere Einleitpunkte an der Küste verteilt werden, was auch die punktuellen Belastungen vor Ort reduzieren könnte.“

Den Vorschlag hatte ursprünglich der Runde Tisch zur Werraversalzung verworfen: Er sei zu teuer und mangels ausreichender Kesselwagen nicht zeitnah umsetzbar. K+S lehnte den Vorschlag zwar nicht grundsätzlich ab, bezeichnete ihn aber als „nicht zielführend“.

Inzwischen hätten sich aber die Möglichkeiten des Transports weiterentwickelt, sagt Mühlhausen: Neben „klassischen“ Kesselwagen könnten auch Tankcontainer zum Einsatz kommen. Die hätten ein größeres Fassungsvermögen und könnten schneller be- und entladen werden.

Die GDL-Ortsgruppe Bebra stehe fest an der Seite von K+S und seinen Mitarbeitern und unterstütze die Bemühungen um den Erhalt des Bergbaus in der Region, betonte Mühlhausen: „Maximalforderungen, wie der sofortige Stopp der Kali-Förderung würden die Arbeitslosigkeit für mehrere tausend Menschen und deren Familien bedeuten. Ein Schlag, von welchem sich die Region auf Jahrzehnte nicht erholen würde.“ (red/zac/mcj)

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