Stadt Heringen und K+S wollen Probleme in der Wölfershäuser Straße und am Heinerberg gemeinsam lösen – Arbeitsgruppen suchen Lösungen

Iliev: Die Kläranlage vor Lauge schützen

Heringen. Schon seit geraumer Zeit sorgen die Kanalisation in der Wölfershäuser Straße und die „Märzenquellen“ im Bereich des Heinerbergs in der Heringer Kernstadt immer wieder für Diskussionen.

Dabei geht es im Wesentlichen um die Frage, wie die dort der Kanalisation der Stadt und damit der städtischen Kläranlage zulaufenden salzhaltigen Wässer so erfasst und abgeleitet werden können, dass eine Beeinträchtigung des Klärwerks verhindert wird. Dazu ist geplant, in der Wölfershäuser Straße eine Trennkanalisation zu errichten, die das Hausabwasser getrennt von den salzhaltigen Wässern und dem Niederschlagswasser abführt. Am Heinerberg müssen die mit Salz verunreinigten Wässer erfasst werden, um sie von den Schmutzwasserleitungen fernzuhalten. Anschließend wird das mit Salz belastete Wasser kontrolliert den Genehmigungen entsprechend in einen Vorfluter (Gewässer) abgeleitet.

Dazu sind große Investitionen notwendig. Derzeit wird zwischen Stadt und Kaliindustrie einvernehmlich abgestimmt, wer welchen Anteil an den Kosten trägt.

„Aus dem Schützengraben heraus ist es ganz schwer, zu vernünftigen Absprachen zu kommen“, meint Bürgermeister Daniel Iliev und freut sich darüber, das „Stadt und K+S Kali GmbH jetzt einen Neuanfang im Dialog begonnen haben.“ Dem pflichtet Christoph Wehner, einer der Werksleiter des Kaliwerkes Werra bei und führt aus: „Eine Lösung der Probleme mit den salzhaltigen Wässern muss aus beiderseitigen Interessen dringend herbeigeführt werden. Da ziehen Stadt und K+S an einem Strang.“ Das dabei ganz am Anfang und zentral neben vielen technischen und genehmigungsrechtlichen Aspekten die Frage der Finanzierung und damit der Kostenteilung steht, ist allen Beteiligten klar. „Das Werk Werra steht zu seiner Verantwortung für das Werratal und wird sich dort, wo der Kalibergbau ursächlich für die Probleme verantwortlich ist, entsprechend finanziell beteiligen“, erklärt Wehner.

Um die Ernsthaftigkeit der Suche nach einer für alle Beteiligten gangbaren Lösung zu unterstreichen, sind mehrere, gemeinsam besetzte Arbeitsgruppen zu den Themen Finanzierung, Technik, wasserrechtliche Einleitungserlaubnis und Öffentlichkeitsarbeit gegründet worden.

Eine weitere Arbeitsgruppe wird sich mit dem Thema der Trinkwassergewinnung beschäftigen Hier werden künftig Stadt und Wasserbeschaffungsverband das hydrogeologische Wissen und die Erfahrungen von K+S partnerschaftlich nutzen. Darüber freut sich der „Wassermeister“ des Wasserbeschaffungsverbandes, Heiko Habermann, und meint: „Wir stehen vor einer Situation, in der wir uns über die Erschließung neuer Trinkwasservorkommen Gedanken machen müssen und können daher den Sachverstand von K+S ergänzend zu unseren eigenen Kompetenzen gut gebrauchen.“ (red/rey)

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