Solidaritätsaktion im Kali-Revier

Hand in Hand: Mehr als 12000 Teilnehmer bei Menschenkette

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Heringen. Mehr als 12.000 Mitarbeiter von K+S, Familienangehörige, Freunde und Bewohner des Werratals haben am Donnerstagnachmittag eine 13 Kilometer lange Menschenkette gebildet. Sie setzten damit ein Zeichen für die Kaliindustrie im Werratal. Die Kette verband die drei K+S-Standorte in Unterbreizbach, Philippsthal und Heringen in den Bundesländern Hessen und Thüringen. Zu der Demonstration hatten der Betriebsrat des Werks Werra und die IG BCE gemeinsam aufgerufen. Die Teilnehmerzahl gab die Gewerkschaft um 15.50 Uhr bekannt.

Aktualisiert um 15.55 Uhr

„Heute ist ein Tag der Ermutigung. Ein Tag mit einem starken Signal. Und dieses Signal ist ein ganz eindeutiges Ja zum Kalibergbau“, sagte Michael Vassiliadis, Vorsitzender der IG BCE laut einer Pressemitteilung. In Deutschland werde unter den weltweiten besten Arbeitsbedingungen und Umweltstandards Kali gefördert. Es seien bereits viele Millionen in den Gewässer- und Umweltschutz investiert worden, so Vassiliadis. Das sei auch weiterhin nötig und möglich, „aber es kann nicht sein, dass wir auf dem Weg dahin einfach dichtmachen und wir keine Lösung finden, ohne die Beschäftigten in Kurzarbeit zu schicken.“

K+S brauche klare Entscheidungen der Behörden, was zu tun sei, damit es im Kalibergbau rasch und sicher weitergeht. Und: „Die Politik muss sich zum Kalibergbau als einer in Deutschland gewollten Branche bekennen“, forderte der IG-BCE-Vorsitzende. Harald Döll, Vorsitzender des Betriebsrats im Werk Werra und des K+S Gesamtbetriebsrats, zeigte sich überwältigt von der großen Teilnehmerzahl: „Das ist der lebendige Beweis, dass es hier nicht nur um unsere Arbeitsplätze geht, sondern um die Zukunft der gesamten Region.“ Inzwischen hänge „Wohl und Wehe der Standorte am Wasserstand der Werra und Kurzarbeit droht zum Dauerzustand zu werden“, sagte Döll.

Hand in Hand für das Kali-Revier

Wegen ausstehender Genehmigungen und sehr stark begrenzter Entsorgungsmöglichkeiten hat sich die Situation des Werks Werra in den trockenen Sommermonaten weiter zugespitzt. Seit April 2016 sind bis zu 1000 der insgesamt 4400 Beschäftigten immer wieder in Kurzarbeit. Deshalb muss dringend eine Genehmigung für die Entsorgung der anfallenden Produktionsabwässer ausgestellt werden. „Wir kämpfen gemeinsam um den heimischen Bergbau – und wir stehen zum Werk Werra“, sagte Norbert Steiner, Vorstandsvorsitzender der K+S Aktiengesellschaft. Das Unternehmen habe von 2011 bis 2015 rund 400 Millionen Euro investiert, um die Umweltsituation an Werra und Weser weiter zu verbessern. „Und in den kommenden Jahren wollen wir noch einmal so viel investieren, um die Entsorgungsfragen an der Werra langfristig zu lösen.“

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