Fußballturnier der Stadt Heringen mit den Partnerstädten in Herfa

Ein Hauch von EM im Dorf

In Herfa ist Polen Europameister geworden: Beim Fußballturnier der Heringer Partnerstädte in Herfa hat Odolanow den Titel gewonnen. Foto: nh

Herfa. Die Spieler auf dem Platz jagen dem Ball hinterher, geben sich Anweisungen. Im Eifer des Gefechts werden Anweisungen gerufen, Sprachfetzen aus dem Französischen und Polnischen hallen über den Fußballplatz in Herfa. Die internationalen Kicker sorgen für einen Hauch von Fußball-Europameisterschaft in dem kleinen Dorf.

Doch was machen Fußballer aus Polen und Frankreich in einem Örtchen mit rund 700 Einwohnern? Ganz einfach: Die Stadt Heringen hatte gemeinsam mit dem TSV Herfa ihre Partnerstädte zu einem Fußballturnier eingeladen. Und der Einladung waren die Teams aus Rombas in Frankreich, Odolanow in Polen und Heringen an der Helme in Thüringen natürlich gefolgt.

Treffen auf anderer Ebene

„Treffen zwischen Partnerstädten finden meistens zwischen Politikern statt. Wir wollten das Ganze aber auf eine andere Ebene setzen und Kontakt zwischen den Einwohnern herstellen“, sagte Hermann-Josef Hohmann vom Fachbereich Kultur und Stadtentwicklung der Stadt Heringen. Ähnliche Aktionen seien für die Zukunft erneut denkbar.

Während der TSV Herfa gegen die Konkurrenz aus dem polnischen Odolanow gerade das 0:2 im Eröffnungsspiel kassiert, machen sich die Teams aus Frankreich und Thüringen warm. Einen Blick stets auf das Spielgeschehen gerichtet, werden die Muskeln gedehnt, letzte taktische Anweisungen gegeben. Klar, bei dem Turnier geht es hauptsächlich um Spaß. Verlieren will deswegen aber trotzdem keines der Teams.

„Fernab des Fußballs waren wir auch alle schon zusammen essen, haben uns gut verstanden. Bei einem Bierchen nach dem Turnier sollte das aber noch besser klappen“, sagte Jan Prokop, der 1. Vorsitzende des TSV Herfa. Damit es aber auch mit der Verständigung klappt, waren die Teams aus dem Ausland extra mit jeweils einer Dolmetscherin angereist.

Dementsprechend dauerte das obligatorische Grußwort von Heringens Bürgermeister Hans Ries und seinem Nachfolger Daniel Iliev etwas länger. Schließlich musste jeder einzelne Satz in zwei weitere Sprachen übersetzt werden. Klar, dass da manch ein Hobbysportler etwas ungeduldig wurde: „Können wir jetzt weiterspielen?“, hörte man während der Ansprache leise aus der Menge der Zuhörer heraus.

Salzkristall

Bei allem sportlichen Ehrgeiz, als Verlierer musste sich bei dem Turnier keiner fühlen. Für jedes Team gab es als Preis einen Salzkristall aus dem Kali-Bergwerk. Nach der Siegerehrung – es gewann übrigens Odolanow vor Herfa – saßen alle Beteiligten noch bei Musik und Essen zusammen. Und natürlich einem Bierchen.

Von Kevin Hildebrand

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