Märkte im Heringer Gewerbegebiet Ried dürfen erweitern

Einzelhandel: Heringer Stadtverordnete favorisieren die Grüne Wiese

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Heringen. Sowohl die Befürworter der grünen Wiese im Ried als auch die eines innerstädtischen Einkaufsmarkts für Heringen sahen sich während der Stadtverordnetenversammlung in weiten Teilen durch die Ergebnisse eines aktuellen Einzelhandelsgutachtens für die Werrastadt bestätigt.

Nachdem das von der Stadt in Auftrag gegebene Papier durch Hans-Joachim Schrader von der BBE Standort- und Kommunalberatung Münster vorgetragen worden war, begann in der Stadtverordnetenversammlung das Zerpflücken dieses 82 Seiten starken Werks.

Bürgermeister Hans Ries, der sich zusammen mit seiner WGH für die Belebung der Innenstadt einsetzt, musste in seiner letzten Sitzung als Bürgermeister noch einmal eine persönliche Niederlage verkraften. Er hatte gefordert, dass sich die Stadt weiterentwickeln müsse, was nur mit der Stärkung des Zentrums funktionieren könne. Zwischen 500 000 und einer Million Euro müsste die Stadt in die Hand nehmen, um ein derartigen Konzept im Kern Heringens zu verwirklichen.

Das wiederum bezweifelte für die CDU Fraktionsvorsitzender Eckhard Bock: „Wir sind nicht einmal im Besitz der notwendigen Flächen. Ich gehe mal davon aus, dass wir mit fünf Millionen Euro dabei wären.“ Er forderte namentliche Abstimmung, damit man in drei Jahren wisse, auf wen die Bürger mit dem Finger zeigen dürften.

Für die WGH hatte Gerald Siebert einen Antrag eingebracht, wonach das Innenstadtkonzept umzusetzen sei. Über diesen Antrag wurde jedoch nicht abgestimmt. Auf den Weg gebracht wurde schließlich eine SPD-Änderung mit 17 Ja-Stimmen. Zehn Stadtverordnete stimmten dagegen.

Demnach sollen die aktuellen Planungen im bestehenden Gewerbegebiet Ried weiter verfolgt werden. Dort will Rewe einen Getränkemarkt im bestehenden Aldi-Markt unterbringen. Aldi selbst will neu bauen und Rewe seine vorhanden Markt erweitern. Auch der seit Jahren leerstehende ehemalige Lidl-Markt könnte nun wieder mit Leben gefüllt werden.

Gestrichen wurde dagegen ein Halbsatz, wonach die weitere Entwicklung der Innenstadt aufgrund der aktuellen Entscheidung für das Ried verhindert würde. Dieses Szenario hatte der Bürgermeister immer wieder aufgezeigt, wurde jedoch von den Vertretern von SPD, GfH und CDU überstimmt.

Für die GfH hatte deren Sprecher Manfred Wenk festgestellt, dass das Konzept gewisse Betrachtungen nicht hergebe. So seien beispielsweise der Verkehr oder auch die Parkplatzproblematik in der Innenstadt nicht gesehen und auch nicht thematisiert worden.

Mit der Entscheidung für das Ried sei aus Sicht des Bürgermisters nun das schleichende Ende für die Innenstadt eingeläutet: „Uns wird es gehen wie Rotenburg. Leider haben wir es versäumt, einen Weg wie Bebra einzuschlagen. Dort ist die Innenstadtentwicklung mit dem Einkaufszentrum ,be’ hervorragend gelungen."

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