Heringer Stadtverordnete entscheiden über eine mögliche Zuwendung an die Kirche

GfH: Bürgermeister Hans Ries taktiert im Wahlkampf

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Heringen. Als reinen Wahlkampf bezeichnet Manfred Wenk, Sprecher der GfH, die Ankündigung des Heringer Bürgermeisters Hans Ries, der Kirche im kommenden Jahr 20 000 Euro für eine Feier in der Werrastadt zur Verfügung stellen zu wollen.

„Ist es reiner Zufall oder doch Berechnung, wenn erst zwei Monate, nachdem Dekan Dr. Frank Hofmann und Pfarrer Dr. Thorsten Waap beim Heringer Bürgermeister um Hilfe bei der Ausrichtung einer Feier im Rahmen des Lutherjahres nachgefragt hatten, aber nur zwei Wochen vor der Bürgermeister- und Kommunalwahl der Bürgermeister mit einer nicht unerheblichen finanziellen Zusage an die Öffentlichkeit geht?“, fragt Wenk.

Aus Wenks Sicht spreche viel für Letzteres: „Die Kirche in Person von Pfarrer Waap wird zum Vehikel im Wahlkampf, warum sonst wird die kirchliche Anfrage gerade jetzt thematisiert? Denn die Bitte um Unterstützung greift erst in 2017 und ist auch nicht an finanzielle Forderungen geknüpft“, erklärt Wenk.

Die aktuellen und zukünftigen Stadtverordneten würden schon jetzt in die Verliererrolle gedrängt, da der zwingend notwendige Beschluss zur Bereitstellung des Geldes in der Stadtverordnetenversammlung erst noch gefasst werden müsste. „Wird der jetzt in Aussicht gestellte Betrag bewilligt, erhebt sich schnell der Vorwurf der Ungleichbehandlung beziehungsweise Bevorzugung gegenüber anderen Institutionen. Verweigern die Stadtverordneten aber das Geld aufgrund der angespannten Haushaltslage der Stadt, werden sie als Gegner der Kirchen gebrandmarkt“, ist der Gfh-Vorsitzende überzeugt.

Nicht die mögliche finanzielle Unterstützung gebe in diesem Fall Anlass zur Kritik, sondern die Vorgehensweise des Bürgermeisters. (red/rey)

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