Offener Brief: 14 Rathauschefs rufen zur Teilnahme an Menschenkette auf

Bürgermeister aus der Region unterstützen K+S

Heringen. In einem offenen Brief machen sich 14 Bürgermeister aus der hessischen und thüringischen Kaliregion Sorgen um die Zukunft des Düngemittelherstellers K+S. Seit einigen Wochen hängen in den Kommunen Transparente mit dem Spruch: „Wenn das Kaliwerk Werra stirbt, dann stirbt auch die Region.“

Treffender könne die aktuelle Lage aus Sicht der Bürgermeister nicht beschrieben werden. Es sind Sorgen, Ängste und Ungewissheit von etwa 4400 Kumpeln sowie deren Familienangehörigen und unzähligen Zulieferern, die die Bürgermeister umtreiben – vor allem aber sei es die Sorge um die Existenzen aller Menschen in der Region, die die Stadt- und Gemeindeoberen dazu veranlasst hätten, diesen Brief zu verfassen.

Fast ein Jahr ist nun vergangen, seitdem das Unternehmen nur noch übergangsweise seine salzhaltigen Produktionswässer versenken und in die Werra einleiten darf – und dies auch nur in begrenzten Mengen, immer abhängig von Pegelständen und Wetterlage. Das Resultat sei absehbar gewesen und lasse uns nun alle spüren, was es bedeute, wenn die Produktion zurückgefahren werden müsse: Kurzarbeit für die Kumpel, Gewerbesteuereinbrüche für die Kommunen und die Angst um Existenzen.

Glücklicherweise habe sich mittlerweile politisch und gesellschaftlich viel getan. Die Solidaritätsbekundungen seien immer stärker geworden

Aus dieser Solidarität und auf Initiative des K+S-Betriebsrates entwuchs die Idee einer Menschenkette von Unterbreizbach über Hattorf bis nach Heringen. 10 000 Menschen sollen die Straßen säumen und friedlich für den Erhalt der Arbeitsplätze im Werratal demonstrieren.

„Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, wir als Bürgermeister wünschen uns, dass auch Sie sich solidarisch zeigen und an diesem Tag dabei sind, wenn es heißt ‘Hand in Hand für die Kali-Industrie’. Wir haben es unseren Mitarbeitern in der Verwaltung freigestellt, sich an der Menschenkette zu beteiligen. Denn auch unsere Verwaltungen sind direkt von der aktuellen Situation getroffen. Gleichzeitig freuen wir uns, dass auch die Gewerbetreibenden sich angeschlossen haben und zur Solidarität aufrufen“, heißt es. (red/rey)

Die Unterzeichner sind: Daniel Iliev – Heringen, Ralf Orth – Philippsthal, Roland Ernst – Unterbreizbach, Andre Stenda – Hohenroda sowie die Bürgermeister der Nachbarkommunen Stefan Gensler – Schenklengsfeld, Dirk Noll – Friedewald, Markus Becker – Ronshausen, Ralf Hilmes – Nentershausen, Alexander Wirth – Wildeck, Martin Müller – Vacha, Ingo Jendrusiak – Krayenberggemeinde, Harald Gebhardt – Dippach, René Weisheit – Berka, Sylvia Hartung – Gerstungen.

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