Dritter Bauabschnitt zur Sanierung hat begonnen

Heringer Kläranlage: Bohren für neue Becken

Es geht los: Während (von links) Arnd Brüßler, Prokurist Baufirma Laudemann, Bürgermeister Daniel Iliev, Kläranlagen-Betriebsleiter Michael Helke und Fachbereichsleiter Michael Franz den symbolischen ersten Spatenstich vornahmen, waren die Bauarbeiter im Hintergrund bereits mit den ersten Bohrpfählen beschäftigt. Foto: Eisenberg

Heringen. Die Arbeiten für den dritten Bauabschnitt der Sanierung der Heringer Kläranlage haben begonnen.

Während Vertreter von Stadt und der Sontraer Baufirma Laudemann fürs Foto zum Spaten griffen, hatte eine Spezialmaschine bereits damit begonnen, die ersten Betonbohrpfähle in den Boden zu treiben.

Die Technik des in den Jahren 1983 und 1984 errichteten mechanisch-biologischen Klärwerks sei veraltet, die Bausubstanz teilweise abgängig, erläuterte Bürgermeister Daniel Iliev. In drei Bauabschnitten wird die Anlage deshalb saniert. In den bereits abgeschlossen ersten beiden Bauphasen waren seit dem Jahr 2012 das Zulaufpumpwerk, Rechenanlage und Sandfang ertüchtigt, der Schlammlagerplatz erweitert sowie die Sandwäsche und ein Gebläsegebäude neu errichtet worden. Im jetzt begonnenen dritten Abschnitt werden ein Belebungsbecken sowie ein Nachklärbecken mit jeweils 22 Metern Durchmesser neu errichtet.

Schwieriger Boden

Ein Schlammpumpwerk verbindet die runden Behälter. Nach der Fertigstellung wird das bisherige Kombibecken wegen seines schlechten Bauzustandes außer Betrieb genommen. Eine Herausforderung bei den Arbeiten sei die Bodenbeschaffenheit der Werraaue, erklärte Bauleiter Manfred Koitz vom Planungsbüro Gajowski. Unter den zunächst tragfähigen Erdschichten befinde sich eine breiige Bimswechsellage. Tragfähiger Baugrund werde dadurch erst in einer Tiefe von 4,50 Metern erreicht. Ein weiteres Problem sei das dauerhaft auf einer Höhe von 1,50 bis zwei Metern stehende Grundwasser. Deshalb werde zunächst eine Bohrpfahlwand bis in die tragfähigen Bodenschichten gesetzt. Diese soll die Baugrube gegen Erddruck und unkontrollierten Wassereinbruch sichern und zugleich als Außenschalung der Becken dienen, welche ein Volumen von rund 1500 beziehungsweise 1600 Kubikmetern haben. Die Anlieferung des dafür benötigten Spezialbohrgerät habe der benachbarte Getränkehandel Thornagel unbürokratisch über sein Betriebsgelände ermöglicht, freute sich der Rathauschef.

Kosten: 3,7 Millionen Euro

Zum dritten Bauabschnitt der gehörten außerdem die Sanierung des Regenbeckens, des Schlammeindickers und des Betriebsgebäudes. Für den dritten Bauabschnitt sind Kosten von rund 3,7 Millionen Euro einkalkuliert. Zusammen mit den bereits abgeschlossenen Bauphasen schlägt die Sanierung der Heringer Kläranlage mit insgesamt rund 6,4 Millionen Euro zu Buche. Sofern alles nach Plan verläuft, sollen die Arbeiten im November 2017 abgeschlossen sein.

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