Eröffnungskonzert der 8. Orgeltage des Kegelspiels fand in Odensachsen statt

Pfeifenklang und Wortwitz bei Orgelkonzert in Odensachsen

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Matthias Steinmacher mit der Odensachsener Orgel .

Odensachsen. Mit einem Konzert in einer der schönsten Dorfkirchen Hessens begannen die 8. „Orgeltage im Hessischen Kegelspiel“.

Matthias Steinmacher, der als freischaffender Organist und Musikpädagoge in Buchenau lebt, seit 1977 als Organist in der Hünfelder Klosterkirche St. Bonifatius tätig ist und als Pädagoge am Bischöflichen Kirchenmusikinstitut Fulda unterrichtet, etablierte unter anderem ein Orgelfestival in der Rhön, die „Quintade“ und führte 2009 diese Orgelkonzerte an historischen Orgeln der in dieser Region gelegenen Dorfkirchen ein.

Instrument stammt aus 1905

Zunächst erklärte Steinmacher die Technik der Orgel, die 1905 von der Firma Wilhelm Watzmann aus Gelnhausen gebaut worden war und „ein wunderbares Relikt aus der Zeit des romantischen Orgelbaus in Hessen ist“. Danach begrüßte Pfarrer Thomas Funk die zahlreichen Besucher mit einer kleinen Geschichte am Rande: „Einst lebte eine Kirchenmaus so ganz allein im Gotteshaus, ganz ohne Eltern und Geschwister; die fing mit Fallen weg der Küster“. Die Rache dafür war ihm gewiss. Die übriggebliebene Maus fiel ihm während des Gottesdienstes beim Spiele in die Orgeltastatur, „und Mäuslein mit dem langen Schwänzchen improvisiert dazu Kadenzchen. Es trillert’ mit dem hohen Fis, hüpfte von A nach B und Cis und biss den Küster in die Pfoten: Der spielte bereits gottsverboten!“ und wurde schließlich, weil vermeintlich dem Trunke verfallen, entlassen.

Für das Konzert bot diese Kirche mit ihrem in fröhlichen Farben bemalten Tonnengewölbe einen gelungenen Rahmen. Zu hören waren eindrucksvoll Gunther Martin Götsches zwei Partiten über den Choral „Nun bitten wir den heiligen Geist“ aus op. 62, Johann Sebastian Bachs „Fantasie in G-Dur BWV 572“ und die „II. Sonate in c-moll op. 65,2“ von Felix Mendelsohn. Im vierten Teil waren Werke von Sigfrid Karg-Elert zu hören. Karg-Elert, in Deutschland nicht sehr bekannt und eigentlich mehr in die französische Richtung tendierend, hatte Stücke komponiert, die als „Preziosen der Orgelliteratur“ gelten und „die wie für diese Orgel geschaffen sind“, so Steinmacher.

Überaus beeindruckend auch die „Improvisation“ des Organisten, für die er im wahrsten Sinne des Wortes „alle Register“ zog. Die angekündigte Altistin fiel krankheitsbedingt aus; ein „Pfeifer“ in der Orgel hatte den kurzfristigen Einsatz eines versierten Orgelbauers nötig gemacht, aber während des Konzertes lief alles bestens. Das bestätigte auch der Applaus der Zuhörer, die eine Zugabe wünschten und auch bekamen.

Das zweite Konzert der Reihe findet am 15. Mai in Burghaun statt.

Von Elfriede Jeuthner

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