Stoppeler Theatergruppe ließ Fabelwesen durch die Burg tanzen und erhielt viel Beifall

Theater an der Burgruine Hauneck: Lauter fauler Elfenzauber

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Elfentante Sophia Brehm und die faulen Jungelfen Dagmar Hubenthal, Birgit Gutberlet, Petra Schalow beim „Holz holen“.

Oberstoppel. Ein geeigneterer Platz als die Burgruine Hauneck wäre wohl kaum denkbar gewesen für das neueste Stück der Stoppeler Theatergruppe. Das alte Gemäuer wurde zum Schauplatz der Geschehnisse, die – so sagt man – für den Menschen eigentlich nicht sichtbar sind.

Elfen in zart schimmernden durchsichtigen Gewändern huschten durch die Zuschauerreihen und ließen den Burghof in einer zauberhaften Atmosphäre erscheinen. Bei näherem Hinsehen allerdings entpuppten diese sich als faule Wesen, die lieber tanzten als ihre Hausaufgaben zu machen und die Elfentante Elfie (überragend: Sophia Brehm) damit an den Rand der Verzweiflung brachten. Schließlich galt es, den Ballsaal für das von Elfenkönig Edelhart (Überzeugend: Christoph Funk) geplante Fest herzurichten. Der, mit seinen drei erwachsenen Töchtern hart geschlagen, erwartete ungeduldig seinen Freund, den Troll-Alten Einar aus Nord-Norwegen, der wiederum Bräute für seine zwei Söhne suchte.

Märchenhaft komisch: Die Stoppeler Theatergruppe verzauberte in diesem Jahr mit Elfen, Trollen und anderen Fabelwesen auf der Burgruine Hauneck. Das Publikum hatte seine Freude, die auch von einem Schauer am Freitagabend nicht getrübt wurde.

Vom Waldschrat (sehr nett: Silke Müller) eingeladen trafen mit viel Getöse die Gäste ein und das Fest begann. Beim Festessen schließlich zeigte sich, dass Prinzessinnen mit Harfe und mit Trillerpfeife zu kleinen Hexen werden, wenn sie ihren Willen nicht bekommen und wenn es darum geht, sich die ungehobelten Jungtrolle vom Hals zu halten. Dass beide Väter die Rechnung ohne ihren Anhang gemacht hatten, versteht sich von selbst. Die Töchter hatten ihre eigenen Pläne und den Söhnen gefielen die Elfen besser als die Prinzessinnen.

Der „Kleine Chor“ aus Steinbach, eine Gruppe von neun Sängern mit hervorragenden Stimmen, hatte im Vorprogramm mit seinen Liedern für große Heiterkeit im Publikum gesorgt.

Kleiner, kräftiger Schauer

Zwischendrin hatte ein kleiner, kräftiger Regenschauer für ein wenig Aufregung gesorgt. Entgegen aller guten Sitten wurden Regenschirme aufgespannt, von denen in kurzer Zeit das Wasser in Rinnsalen den Weg in den Nacken des einen oder anderen Nachbarn fand, und das wurde nicht immer freundlich aufgenommen. All das tat der Stimmung aber keinen Abbruch, das Publikum hatte viel Spaß und honorierte die Aufführung mit viel Applaus. (ej)

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