Bahn will bauen - Bushaltestelle verlegt

Irritationen um den Bahnhof Neukirchen

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Licht und Schatten am Bahnhof in Neukirchen: Weil die Bahn bauen will, werden künftig einige Parkplätze wegfallen. Das Gebäude samt Grundstück hatte im Sommer 2015 ein Privatmann aus Schwalmstadt gekauft, der allerdings noch keine Pläne hat.

Neukirchen. Droht am Bahnhof in Neukirchen bald ein Parkchaos? Die Situation am Haunetaler Bahnhof hat in der jüngsten Sitzung auch die Haunetaler Gemeindevertreter beschäftigt. Auf viele Fragen gab es zunächst aber nur vage Antworten.

2019 soll laut einer Sprecherin der Deutschen Bahn für rund 43 Millionen Euro ein neugebautes Elektronisches Stellwerk in Betrieb gehen, das die Pünktlichkeit der Nah- und Fernverkehrszüge im Abschnitt Fulda-Bebra verbessern soll, da dann auch eine signaltechnische Fahrt im Gegengleis möglich sein werde. Dies verhindere Verspätungen vor allem bei Bauarbeiten oder im Störungsfall.

Mit den ersten Arbeiten wie Kabelverlegungen, dem Bau von Kabeltrassen und Signalfundamenten und der Montage der Leit- und Sicherungstechnik soll 2017 zwischen Burghaun und Bad Hersfeld begonnen werden. Beeinträchtigungen im Nah- und Fernverkehr würden rechtzeitig kommuniziert.

Inwieweit und ab wann die Bauarbeiten konkret den Bahnhof in Neukirchen betreffen, dazu gab es jedoch vorerst keine Angaben vonseiten der Bahn.

Laut Bürgermeister Gerd Lang soll von den Arbeiten beziehungsweise der Baustelle offenbar auch der komplette Vorplatz betroffen sein, sodass die Parkplätze komplett wegfielen. „Wir stehen in Kontakt mit der Bahn und suchen derzeit nach Lösungen“, berichtete Lang kürzlich.

Das Bahnhofsgebäude in Neukirchen samt Grundstück war im vergangenen Jahr versteigert worden. Die Marktgemeinde Haunetal hatte auf ihr Vorkaufsrecht verzichtet. Im Erdgeschoss befinden sich noch Räume der DB Netz AG, die aber mit Inbetriebnahme des neuen Stellwerkes nicht mehr benötigt werden. Die Ladestraße befinde sich jedoch noch im Besitz der Bahn.

Noch immer keine Pläne 

Der neue Besitzer des Bahnhofsgebäude, Wolfgang Korschan, hat weiterhin noch keine Pläne für die Zukunft. Aufgrund des schlechten Zustands der Wohnung im oberen Teil des Gebäudes und des möglicherweise zunehmendes Bahnverkehrs auf der Strecke im Haunetal, sei mehr als eine Nutzung als Lagerhalle wohl nicht drin, teilte der Schwalmstädter auf Nachfrage mit.

Bereits zum 20. Juni verlegt worden ist die Bushaltestelle am Bahnhof, einige Meter weiter an die Bahnhofstraße. „Wir haben in Absprache mit dem Busunternehmen eine Bedarfshaltestellen eingerichtet. Diese gilt für die Busse in beide Richtungen, am Fahrplan ändert sich nichts“, erläuterte Steffen Müller, Prokurist beim NVV, auf Nachfrage. Es sei auch kein Problem, die Züge pünktlich zu erreichen.

Verlegt: Die Bushaltestelle am Bahnhof befindet sich seit 20. Juni an der Bahnhofstraße kurz vor der Einfahrt zum Bahnhof.

Als Grund für die neue Haltestelle nannte er finanzielle Forderungen seitens der Bahn, die man in dieser Höhe auf keinen Fall habe erfüllen wollen. Mit Beginn der Bauarbeiten hätte die Haltestelle aber ohnehin verlegt werden müssen, so Müller. Für die Zukunft müssen nun eine dauerhafte Lösung gefunden werden.

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