Für Landwirt Martin Seipel muss es nun „irgendwie weitergehen“

Stallbrand in Wehrda beschäftigt Einsatzkräfte auch am Tag danach

Wehrda. Den ersten Schock hatte Martin Seipel einen Tag nach dem Feuer auf seinem Hof in Wehrda überwunden, trotzdem war der 51-jährige Landwirt und Fleischermeister von den Geschehnissen noch sichtlich mitgenommen, als er am Montagnachmittag auf die Brandermittler der Polizei wartete.

Am Sonntagabend hatte ein Feuer ein komplettes Stallgebäude zerstört, in dem Schweine untergebracht waren, sowie weitere Schäden angerichtet. (wir berichteten). Etwa 90 Einsatzkräfte aus Haunetal und Bad Hersfeld kämpften gegen die Flammen und verhinderten ein Übergreifen auf Nachbargebäude.

Ersten Erkenntnissen zufolge hatte wahrscheinlich ein Blitzschlag den Brand ausgelöst. Martin Seipel entdeckte den Rauch, kurz nachdem er bei Regen und Gewitter nach Hause gekommen war.

Über das ganze Ausmaß hatte der Wehrdaer, der gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin auf dem Hof lebt und in der Nacht kaum die Augen zugemacht hat, auch einen Tag später noch keinen exakten Überblick. Eine Photovoltaikanlage und rund 200 Tonnen Getreide wurden bei dem Brand ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. Winzige Teile der Anlage waren bis auf eine entfernte Wiese geflogen. Die Polizei schätzte den Schaden auf rund 500 000 Euro.

Nachlöscharbeiten nach Stallbrand in Wehrda

Immer wieder stieg aus dem abgebrannten Stall auch am Montag noch Qualm auf. Etwa 70 Schweine waren in dem Gebäude untergebracht, von denen vermutlich 20 bis 25 ums Leben kamen. Einige mussten aufgrund ihrer Verletzungen erschossen werden, berichtete Seipel. Die restlichen Tiere kamen vorerst bei zwei Landwirten aus dem Ort unter. Womöglich müssen auch von diesen Tieren noch einige notgeschlachtet werden, berichtete Seipel.

Weitere Nachlöscharbeiten übernahm am Montagnachmittag unter den Blicken einiger Zuschauer die Feuerwehr Wehrda. Mit einem Bagger des Gemeindebauhofs und der Hilfe der Bauhofmitarbeiter wurde eine einsturzgefährdete Wand eingerissen. Seipels Hof liegt direkt an der Hohenwehrdaer Straße neben dem Ferienpark.

Wie es für den Direktvermarkter nach dem Brand weitergeht, weiß dieser zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht. Nur eines ist klar: „Es muss ja irgendwie weitergehen“, so Seipel, der sich mit öffentlichen Emotionen lieber zurückhält. Froh ist er, dass nicht auch das Wohnhaus aus dem Jahr 1717 den Flammen zum Opfer fiel. (nm)

Schweine starben bei Stallbrand in Wehrda

Im Haunetaler Ortsteil Wehrda ist ein Stall komplett abgebrannt. Dabei starben einige Schweine. Etwa 90 Einsatzkräfte der Feuerwehr konnten ein Übergreifen der Flammen auf Nachbargebäude verhindern. Ersten Informationen zufolge könnte ein Blitz das Feuer ausgelöst haben.

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