Nach Fusion mit Raiffeisenbank Haunetal

VR-Bank NordRhön legte Zahlen vor: Erfolgreich in schwieriger Zeit

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Die Vorstände Gerhard Hahn (von links), Walter Mengel, Werner Eichler und Aufsichtsratsvorsitzender Matthias Vogt während der Vertreterversammlung der VR-Bank NordRhön.

Haunetal/Hünfeld. 2015 war ein erfolgreiches Geschäftsjahr für die VR-Bank NordRhön, zu der seit vergangenem Jahr auch die Raiffeisenbank Haunetal gehört. Das erklärten die Vorstände kürzlich bei der Vertreterversammlung. Sie wiesen jedoch darauf hin, dass dies in Zukunft nicht so bleiben müsse. Denn auch das Hünfelder Geldinstitut hat mit den schwierigen Rahmenbedingungen zu kämpfen. Thema waren daher auch die Schließungen von Filialen.

„Es sind gute Zahlen für 2015“, bekräftigte Vorstand Werner Eichler. „Wir wissen aber, dass dies nicht so bleiben wird.“ Auch der VR-Bank NordRhön blase „scharfer Wind ins Gesicht“. Er beklagte insbesondere die zunehmende Regulatorik und die Niedrigzinsphase. Die Zinserträge werden „dramatisch“ zurückgehen, prophezeite Eichler. Dies mache umfangreiche Sparmaßnahmen erforderlich, soll die Zukunft der Bank nicht aufs Spiel gesetzt werden.

Unter anderem ging er auf das veränderte Kundenverhalten in Zeiten der Digitalisierung ein. Infolgedessen nehme die Frequentierung der Geschäftsstellen ab. „Wir haben jede einzelne Filiale untersucht, die Entscheidungen sind uns nicht leichtgefallen.“ Die Schließungen beziehungsweise Umwandlungen in SB-Standorte seien aber unumgänglich. Zudem verwies der Vorstandssprecher auf die Möglichkeit, Überweisungen per Anruf im Kundenservicecenter tätigen zu können. Auch Bargeld würden Mitarbeiter nach Hause bringen.

Vorstandskollege Walter Mengel bezeichnete 2015 als „ereignisreiches und erfolgreiches Jahr“ und stellte die Zahlen im Einzelnen vor, die sich sowohl auf NordRhön als auch die Raiffeisenbank Haunetal beziehen. Beide hatten rückwirkend zum 1. Januar 2015 fusioniert. Demnach stieg die Bilanzsumme um 5,5 Prozent auf 905 Millionen Euro. Dies resultierte insbesondere aus den gestiegenen Kundeneinlagen. Auch das Kreditgeschäft wurde ausgebaut.

Die mittelständischen Kunden hätten im vergangenen Jahr weiter in Betriebs- und Geschäftsausstattung investiert. Beim Privatkundenkreditgeschäft standen vor allem Wohnungsbaufinanzierungen im Fokus. Zudem sei das Eigenkapital konsequent verstärkt worden.

Neben den Geschäftsberichten stand die Fusion mit der Raiffeisenbank Langenschwarz im Mittelpunkt, deren Mitglieder in der vergangenen Woche einstimmig für die Verschmelzung gestimmt hatten. An dieses hundertprozentige Ergebnis konnten die NordRhöner nicht ganz anknüpfen: Es gab diesmal eine Gegenstimme. (sam)

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