Schule in Zahlen: Das Lietz-Internat Schloss Hohenwehrda feiert 75. Geburtstag – Platz für bis zu 120 Jungen und Mädchen

75 Jahre Lietz-Internat Hohenwehrda: Drei Schulformen unter einem Dach

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War früher eine reine Mädchenschule, wird heute aber längst auch von Jungen besucht: Das Internat Schloss Hohenwehrda feiert seinen 75. Geburtstag. Das große Bild zeigt Bild Schulleiterin Sabine Hasenjaeger mit dem 16 Jahre alten Alexander Reimann aus Hanau, der das private Internat schon seit der fünften Klasse besucht.

Wehrda. Den 75. Geburtstag feiert in diesem Jahr das Lietz-Internat Schloss Hohenwehrda. Wir stellen die staatlich anerkannte Privatschule am Waldrand in Zahlen vor.

1 Swimmingpool gibt es neben Tennisplätzen, einem Beachvolleyballfeld, einem Fußballplatz und weiteren Sportmöglichkeiten auf dem Gelände der Schule, die eine Rundumbetreuung anbietet.

Hektar groß ist – in etwa – die Gartenfläche samt Tiergehege. Dort werden unter anderem Obst und Gemüse angebaut, die dann auch in der Schulküche verarbeitet werden. Die Arbeit im Gemüsebeet gehört zum Alltag der Schüler und gewissermaßen zum pädagogischen Konzept. „Wir legen großen Wert auf Bodenständigkeit“, betont Sabine Hasenjaeger, die seit elf Jahren Schulleiterin ist.

3 Schulformen beziehungsweise Bildungswege bietet das Internat an: Realschule, Gymnasium (G 8 und G 9) sowie seit diesem Schuljahr neu auch Fachoberschule/Sozialwesen. An drei Tagen wird auch das Jubiläum gefeiert. Bereits am Donnerstag waren Schüler der beiden anderen deutschen Lietz-Internate für eine Rallye zu Gast. Heute Abend präsentieren Schüler eine eigens erstellte Collage von Theater und Musik. Der große Festakt für geladene Gäste findet dann am Samstag statt – inklusive einer Jubiläumsausstellung und einer Musikveranstaltung am Abend.

Hektar beträgt die gesamte Grundstücksfläche der Schule, die seit der Eröffnung 1941 einige strukturelle und räumliche Veränderungen erfahren hat. Anfangs war die Schule ein Oberstufengymnasium nur für Mädchen. Später wurde es Mittelstufengymnasium für beide Geschlechter. Die jüngste Entwicklung war die Genehmigung der Fachoberschule/Sozialwesen.

Schafe, einige Ziegen und Kaninchen vervollständigen die Schulgemeinschaft und bereichern das Internatsleben.

12 bis 16 Schüler beträgt die durchschnittliche Klassenstärke im Internat. Gerade in den unteren Klassen können es aber auch noch kleinere Gruppen sein.

Das Schloss (kleines Bild) gab der Schule ihren Namen, ist aber inzwischen nur noch eines von acht Gebäuden.

14-täglich am Wochenende fahren die meisten Schüler nach Hause, zudem in den Ferien. Für diejenigen, die im Internat bleiben – etwa weil sie von weit her kommen – gibt es entsprechende Angebote auch am Wochenende und in den Ferien.

20Schüler aus dem Ausland besuchen derzeit das Internat – zum Beispiel aus China, Russland oder auch Spanien. Für diese Schüler gibt es bei Bedarf und auf Wunsch Deutschunterricht sowie ein kulturelles Angebot mit Ausflügen. „Auf diese Internationalisierung setzen wir ganz bewusst“, erklärt die Schulleiterin.

30 unterschiedliche nicht zum Unterricht gehörende Aktivitäten werden angeboten – in den Bereichen Musik, Theater, Kunst, Sport, Soziales, Sprachen und Schülerunternehmen.

50 Prozent der Schüler sind musikalisch oder im Theater engagiert. Ob Stimmbildung, Gesang- oder Instrumentalunterricht: Diese Angebote gehören zum speziellen Profil.

60 Mitarbeiter sind an der Hermann-Lietz-Schule in Wehrda beschäftigt – vom Hausmeister bis zur „Küchenfee“. Von den 30 Lehrern und Sozialarbeitern leben einige mit den Schülern zusammen im Internat. Es gibt je zwölf Wohngruppen und Lehrerfamilien, die zusammen „Internatsfamilien“ bilden

120 Plätze bietet die Schule an, von denen meist um die 100 belegt sind.

2670Euro kostet der Besuch des Internats pro Monat, zuzüglich Nebenkosten. Doch nicht alle Eltern müssen so tief in die Tasche greifen. Es gibt auch Schüler, die vom Staat finanziert werden oder über Stipendien kommen.

Hintergrund: Die Lietz-Idee

Der Reformpädagoge Hermann Lietz gründete 1898 das erste Landerziehungsheim. Dem staatlichen Schulsystem warf er die Seelenlosigkeit von Massenbetrieben vor. Die Einheit von Bildung und Erziehung zielt heute noch auf eine ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung ab. Dabei spielen auch Kunst, Sport, Musik und praktisches Arbeiten eine Rolle.

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