Gesamtkosten von 15 Millionen Euro erwartet

Haunecker Gemeindevertreter wollen Bahnunterführung in Unterhaun

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Noch heißt es am Bahnübergang in Unterhaun warten: Haunecks Gemeindevertreter haben jetzt einmütig für eine mögliche Unterführung gestimmt. Die Brücke, die seit Dezember 2015 nur noch mit maximal sechs Tonnen belastet werden darf, müsste ohnehin erneuert werden.

Unterhaun. Ein echtes Großprojekt haben die Haunecker Gemeindevertreter in ihrer Sitzung am Dienstagabend im Bürgerhaus Unterhaun auf den Weg gebracht.

Sie stimmten fraktionsübergreifend für die Planungsvereinbarung zur Beseitigung des Bahnübergangs in Unterhaun und den Neubau einer Unterführung – eine umfangreiche Baumaßnahme, deren Kosten noch gar nicht konkret beziffert werden können. Auch der Haupt- und Finanzausschuss hatte sich einstimmig dafür ausgesprochen. Die Vereinbarung gilt zwischen der DB Netz AG als Baulastträger des Schienenweges und der Gemeinde Hauneck als Baulastträger der Straße. Der Beschluss ist sozusagen der Startschuss für weitere Planungen und eine Voraussetzung, um einen Förderantrag beim Land Hessen stellen zu können. Das bereits involvierte Planungsbüro Emch und Berger geht derzeit von insgesamt rund 15 Millionen Euro an Kosten aus.

Diese würden zu je einem Drittel auf die Bahn, die Bundesrepublik und die Kommune gemeinsam mit dem Land entfallen, wobei alle Fördermöglichkeiten ausgeschöpft werden sollen.

Die Gemeinde müsste somit auf jeden Fall mehr als eine Million Euro aufbringen. „Das bringt den Finanzhaushalt ins Wanken“, weiß Bürgermeister Harald Preßmann, der sich dafür aussprach, schon frühzeitig Geld zurückzulegen.

Dass da eine große Summe auf die Gemeinde zukommt, ist auch allen Kommunalpolitikern klar. Trotzdem müsse man es jetzt angehen, und dürfe sich diese Chance nicht vertun, so Klaus Fetten (FWG). Auch Olivia Weich (SPD) sprach von einer enormen Summe, die aber eine gute Investition in die Zukunft sei. Ihr Fraktionskollege Jörg Bolender gab zu, dem Vorhaben anfangs kritisch gegenübergestanden zu haben, aber die Vorteile würden überwiegen: „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.“

Von 81 Tagen, die er in seinem Leben bisher vor der Schranke gestanden habe, sprach Joachim Deja (SPD).

Weil die Bahn die bestehende, marode Brücke über die Gleise ohnehin erneuern muss, will man sich nun an das Vorhaben „dranhängen“. Denn die Bahn allein würde lediglich für einen einspurigen Ersatz mit Ampel sorgen. Die zusätzlichen Kosten für zwei Spuren und einen Gehweg müsste ebenfalls die Gemeinde zahlen.

3,60 Meter hoch soll die Unterführung sein, damit auch die Fahrzeuge des Rettungsdienstes den Weg nutzen können. Über die weiteren Fortschritte sollen die Gemeindevertreter fortan regelmäßig informiert werden. Ein besorgter Anwohner äußerte am Rande der Sitzung seine Bedenken. Er befürchtet eine größere Hochwassergefahr bei Umsetzung des Projekts.

Ebenfalls einstimmig beschlossen wurde, den Dialog mit der Bahn und dem NVV zu einem möglichen Halt des Cantus’ in Hauneck fortzuführen beziehungsweise diesen zu intensivieren. (nm)

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