Auch das Basteln und Malen begeistert die 69-Jährige

Rosi Sauerbier aus Rotensee malt mit dem Bügeleisen

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Malen mit einem Bügeleisen: Rosi Sauerbier aus Rotensee hat die Encaustic-Technik für sich entdeckt. Die 69-Jährige ist gelernte Schneiderin und Hobby-Künstlerin.

Von Nadine Maaz Rotensee. Die Wände zieren zahlreiche Bilder, im Hausflur sitzen Porzellanpuppen und Teddys: Dass sich Rosi Sauerbier aus Rotensee gerne künstlerisch betätigt, ist kaum zu übersehen. „Ich habe schon als Kind gerne gebastelt", sagt die 69-Jährige, die vor einiger Zeit ein neues kreatives Hobby für sich entdeckt hat: Malen mit heißen Wachsfarben.

Mit der sogenannten Encaustic-Technik und einem dafür geeigneten Bügeleisen wird die geschmolzene Farbe auf spezielles weißes oder schwarzes Papier aufgetragen. Sauerbier führt das Bügeleisen ganz sanft ohne Druck zum Körper. „Das ist ein bisschen wie Schlitschuh fahren“, sagt die gelernte Schneiderin lachend. Die Motive entstehen dann in der Regel ganz spontan. Bambusrohre, Winterlandschaften oder eine Hochhaus-Skyline. „Man muss nur Ideen haben“, so Sauerbier und offenbar auch etwas Geduld. „Für die kleinen Vögel habe ich lange geübt.“

Gar nicht so einfach 

Denn ganz so einfach, wie es auf den ersten Blick aussieht, ist das Malen mit dem Bügeleisen nicht. Selbst feinste Linien lassen sich - zumindest mit ruhiger Hand - zeichnen. Zum Einsatz kommen mitunter auch Schwämme, Malerrollen oder anderer „fachfremde“ Gegenstände.

Gearbeitet wird in der Küche oder im Wintergarten. Die fertigen Motive werden mit einem Perlonstrumpf poliert. „So kommt die Farbe ganz toll raus“, erklärt Sauerbier. Die 69-Jährige ist voll in ihrem Element, wenn sie ihre Arbeiten und die Encaustic-Technik zeigt. Darauf aufmerksam geworden ist sie auf einem Markt in den Niederlanden. „Da malte eine Frau mit dem Bügeleisen, ich konnte es erst gar nicht glauben“, erinnert sich die Hauneckerin.

Im Internet machte sie sich schließlich schlau, es folgte ein dreitägiger Intensivkurs an der Encaustic-Akademie in Weilheim. Mit einem haushaltsüblichen Bügeleisen funktioniert das Wachsmalen übrigens nicht. Die Farbblöcke müssen zudem aus mindestens 80 Prozent Bienenwachs bestehen.

Doch nicht nur für die Bügeleisenkunst kann sich Rosi Sauerbier begeistern, die übrigens auch im Alltag gerne bügelt und seit einigen Jahren im Ruhestand ist. „Wenn man einmal angefangen hat, kann man nicht mehr aufhören.“ Seit etwa zwei Jahren malt sie mit Aquarellfarben, wobei die Motive aus der Umgebung ebenso wie aus dem Urlaub im Ausland stammen. Auch Taschen aus Plastiktüten bastelt die 69-Jährige, früher standen Puppen und Teddys hoch im Kurs.

Sauerbiers Mann Horst, der sich ebenfalls handwerklich und kreativ betätigt, hat Verständnis für die vielen Kunstwerke seiner Frau - und ist gefragt, wenn es zum Beispiel ums Aufhängen der Bilder geht. Angeben will Sauerbier mit ihren Arbeiten nicht, „aber vielleicht kann ich andere motivieren, die auch Lust aufs Malen mit dem Bügeleisen haben“, überlegt sie. (nm)

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