Harald Neuber präsentiert erstmals sein Buch „Die Mühlen im unteren Haunetal“

Zurück zum Paradies

Gute Zusammenarbeit: Autor Harald Neuber (Mitte) präsentiert das „Mühlenbuch“ im Kreise seiner kommunalen Unterstützer (von links): Hein-Peter Möller, Elke Hohmann, Johannes van Horrick, Stefan Euler und Harald Preßmann. Foto: Urban

HAUNETAL. Idyllische Mühlengehöfte in Frühlingsstimmung zieren das Buchcover, während draußen Schneegestöber tobt. Trotz des widrigen Wetters sind am Sonntagvormittag einige Interessierte zur Buchpräsentation ins Dorfgemeinschaftshaus nach Oberhaun gekommen.

Sie alle eint die Begeisterung für Mühlen und viele von ihnen unterstützten als Eigentümer oder Angehörige Harald Neubers Sachbuch „Die Mühlen im unteren Haunetal“ mit Informationen oder Bildmaterial.

Schritt zurück zum Paradies

„Die Mühle ist ein Schritt zurück zum Paradies“, meint Neuber, „denn die Mühle spart dem Menschen Zeit, erleichtert Arbeitsabläufe und hilft, Nahrungsmittel technisch leichter zu bearbeiten.“ Er sei landeskundlich ausgerichteter Historiker und habe auf diesem Gebiet „eine thematische Forschungslücke gesehen.“

Sein Buch dokumentiert die Geschichte von 21 Mühlen entlang der Haune und ihren Nebenbächen. Die Mühle in Neukirchen wurde 1326 als erste erwähnt, inzwischen sind nur noch zwei in Betrieb: die Getreidemühle in Odensachsen und die Kehlsmühle in Müsenbach, eine Sägemühle. „Das Leben in der Mühle ist konflikt- und finanzträchtig, deshalb befindet sich über die großen Mühlen in den Archiven noch einiges an Material, über die Adelsmühlen eher weniger“, weiß der Autor. Zweieinhalb Jahre hat er Informationen, Fotos und Belege gesammelt und bearbeitet.

Herausgekommen ist das „wohl umfangreichste Mühlenbuch in ganz Hessen“. Neben den Alltagsproblemen der Müller, wie Hochwasser, vereiste Mühlräder oder Kampf um Kunden, umfasst es wichtige Mühlengesetzgebungen, zahlreiche, einzigartige Fotos aus privatem Besitz und zeigt die Mahltechnik von früher und heute. „Ich wünsche mir, dass sich alle Menschen für den Erhalt der Mühlen einsetzen, vor allem in ihrer historischen Form, um die Kultur unseres Lebens und unserer Heimat zu erhalten“, sagt der gebürtige Hermann-spiegeler.

Interkommunal

„Das Mühlenbuch ist ein interkommunales Projekt zwischen der Stadt Bad Hersfeld und den Gemeinden Haunetal und Hauneck“, erklärt Haunecks Bürgermeister Harald Preßmann. Von den nötigen Finanzmitteln stammen 5000 Euro aus Spenden, der Rest von den Kommunen. Das 468 Seiten starke Werk ist ab sofort in den Bürgerbüros Haunetal und Hauneck, sowie in der Kartenzentrale in Bad Hersfeld für 25 Euro erhältlich.

Von Dagmar Urban

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