Friedhofsgebühren in der Marktgemeinde Eiterfeld steigen ab dem kommenden Jahr

Der Tod wird teurer

Eiterfeld. In der Marktgemeinde Eiterfeld steigen – wie auch in anderen Kommunen der Region – ab dem kommenden Jahr die Friedhofsgebühren. So soll das entsprechende Haushalts-Defizit zumindest verringert werden.

Die Bestattung eines Toten in einem Einzel-, Doppel- oder Tiefgrab wird beispielsweise künftig 600 Euro kosten, bislang waren es 430 Euro. Die Gebühren für die Beisetzung einer Urne werden von 100 Euro auf 200 Euro angehoben.

Auch die Nutzungsgebühren für die Gräber ändern sich zum Teil, zudem sind ab 2013 die Benutzung der Leichenhalle und Kühlvitrine nicht mehr pauschal in den Bestattungsgebühren enthalten (siehe dazu auch: Hintergrund).

Über die neue Gebührenordnung zur Friedhofssatzung stimmten die Gemeindevertreter in ihrer jüngsten Sitzung ab – allerdings nicht geschlossen. Während sich FWG, SPD und Grüne mit 18 Ja-Stimmen für die Anpassung der Gebühren aussprachen, stimmten die zwölf CDU-Vertreter dagegen.

CDU will Fremdfirmen

Wirklich glücklich ist mit der weiteren Belastung der Bürger zwar niemand, aus Sicht des Grünen-Fraktionsvorsitzenden Artur Storch kommt die Erhöhung aber viel zu spät, denn das Defizit stehe schon länger fest. Sein CDU-Kollegen Gert Oehrling hingegen sprach von einer „blinden Erhöhung“. Die CDU brachte außerdem die Möglichkeit, Aufträge an Fremdfirmen zu vergeben, wieder ins Spiel. Sie verspricht sich dadurch Einsparungsmöglichkeiten.

Von 2004 bis 2006 war der Grab-Aushub schon einmal an eine private Firma vergeben worden, damals gab es allerdings Unstimmigkeiten über die Qualität der ausgeführten Arbeiten. Jetzt ist dafür wieder der gemeindliche Bauhof verantwortlich.

Bürgermeister Hermann-Josef Scheich verwies auf die ohnehin vorhandenen Voraussetzungen, wie Geräte und Personal. „Wenn wir alle Arbeiten an Fremdfirmen vergeben, können wir den Bauhof auch gleich zumachen“, meinte Hubert Wittner (SPD), zumal es um mehr gehe als „Löcher zu graben“.

Mit der Anpassung der Friedhofsgebühren soll der Fehlbetrag im Haushalt 2013 zumindest auf rund 17 000 Euro reduziert werden. Ein ausgeglichener Haushalt sei schon wegen der jährlich unterschiedlichen Anzahl an Bestattungen kaum möglich. „Die Kalkulation ist schwierig“, erklärt auch Kämmerer Matthias Neck. Schließlich wisse man im Voraus nie, wie viele Beerdigungen tatsächlich anfallen. Einen Großteil der Kosten machen zudem die Fixkosten aus. Als Mittelwert wird mit 65 Bestattungen pro Jahr gerechnet, davon 15 Urnenbestattungen. Der Trend zu Urnengräbern ist nämlich auch in Eiterfeld spürbar. Generell müsste für die Kalkulation eigentlich gelten: Je weniger Bestattungen, desto höher die Gebühren.

Weiterhin kostenfrei werden auf den 15 Friedhöfen in der Marktgemeinde das Gieß-Wasser und die Entsorgung von Müll und Grünschnitt sein.

Einstimmig beauftragten die Gemeindevertreter nach einem Antrag der FWG, den Vorstand damit, die Friedhofsordnung mit Blick auf das „Belegungskonzept“ zu prüfen – und dieses möglichst an den Wandel der Bestattungskultur anzupassen. Hintergrund

Von Nadine Maaz

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