Pfarrstelle in Kirchengemeinde Wehrda-Rhina soll durch Spenden finanziert werden

„Wir bewegen Kirche...“

Unser Bild zeigt Tim Freiherr von Campenhausen (von links), Probst Bernd Böttner, Dekan Bengt Seeberg, Pfarrer Steffen Blum und Mitglieder des Kirchenvorstands in der Wehrdaer Kirche. Foto: Jeuthner

Wehrda. Es waren gute Nachrichten, die Probst Bernd Böttner mit zur Gemeindeversammlung nach Wehrda gebracht hatte. Mussten die Menschen dieses Kirchspiels bis vor kurzem noch um „ihren“ Pfarrer bangen – die Stelle drohte auf Grund des Mitgliederschwundes in absehbarer Zeit reduziert zu werden – , so zeigte sich nun der Erfolg ihres Engagements.

Die Idee war, einen Teil der Pfarrstelle durch Spenden zu finanzieren. Dazu hatte Tim Freiherr von Campenhausen – Patron des Kirchspiels – im Januar aufgerufen. „Wir sind es gewohnt, für Sachen zu sammeln“, erklärte Propst Böttner nun, „neu ist, Geld zu sammeln für das Gehalt des Pfarrers“. Dazu gebe es viele Fragen und Bedenken. Aber man müsse es einfach ausprobieren.

Hilfe von Landeskirche

Und das sei die Aufgabe für die nächsten fünf Jahre. Die Landeskirche habe sich bereit erklärt, für diese Zeit einen Zusatzauftrag im Umfang einer Viertel Pfarrstelle – so sie sich denn weiter reduziere – zu finanzieren und damit diese völlig neue und im Bereich der Landeskirche Kurhessen-Waldeck bisher einmalige Aktion zu unterstützen. „Das ist eine große Herausforderung für Sie als Kirchengemeinde“, gab Propst Böttner zu bedenken, „aber mein Wunsch wäre, dass Sie Ihr Ziel erreichen.“

Ab August teile sich nun das Ehepaar Blum die Pfarrstelle. Beider Aufgabe sei dann neben der Gemeindearbeit die genaue Dokumentation der Aktionen, die zum Ziel eben die Teilfinanzierung der Pfarrstelle durch Spenden habe. Das sei nach Meinung des Pfarrers „aber langfristig nur mit Hilfe einer Stiftung möglich, die zu gründen ist, damit ein nötiger Kapitalstock angesammelt werden kann, um die jährlich nötigen 15 000 Euro an Bruttopersonalkosten zur Verfügung zu haben.“ Sollte sich dieses Konzept bewähren, könne es vielleicht in weiteren Gemeinden der Landeskirche Schule machen.

15 000 Euro im Jahr

„Kirche bewegt. Und wir bewegen Kirche, damit sich in der Kirche etwas bewegt“. Mit diesen Worten hatte Freiherr von Campenhausen die Versammlung zu Beginn der Veranstaltung auf das Vorhaben eingestimmt. Zum Abschluss kam er auf den Punkt: „Es geht um 15 000 Euro im Jahr, und heute Abend stelle ich die direkte Frage: Wer macht mit?“ Zunächst müsse eine Arbeitsgemeinschaft gegründet werden, die ein entsprechendes Konzept erarbeite.

Auch Dekan Bengt Seeberg fand die Idee großartig und sicherte seine Unterstützung im Rahmen seiner Möglichkeiten zu.

Von Elfriede Jeuthner

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