Fragen und Antworten zur Windkraft in Buchenau – Eiterfeld, Haunetal und Hauneck betroffen

Windpark beunruhigt die Bürger

Hier sollen die Windkraftanlagen entstehen: Die blauen Symbole sind die von Abo Wind geplanten Anlagen, die roten Symbole sind die von SynEnergie. Rechts ist Buchenau zu sehen, links liegen die Haunetaler Ortsteile Meisenbach und Odensachsen. Die beiden roten Anlagen oben rechts im Bild könnten in einem potentiellen zusätzlichen Gebiet entstehen. Bild: SynEnergie/nh

Eiterfeld. Über 200 Bürger haben sich am Montagabend im Bürgerhaus Eiterfeld über die Windkraftpläne von SynEnergie und Abo Wind in Buchenau informiert. Die meisten Gäste kamen aus Eiterfeld, es waren aber auch Haunetaler und Haunecker vor Ort. Eingeladen zu der Veranstaltung hatte die Hessen Agentur mit ihrem Bürgerforum Energieland Hessen gemeinsam mit der Marktgemeinde Eiterfeld.

?Wo sollen die Anlagen gebaut werden?

!Die geplanten, 200 Meter hohen Windkraftanlagen sollen im Privatwald in der Höhenlage zwischen Buchenau auf Eiterfelder Seite und Meisenbach auf Haunetaler Seite entstehen. Dabei handelt es sich um die Vorranggebiete FD 03 und FD04. Im Bereich Mahnberg und Giesenhainer Höhe sind vier Anlagen vorgesehen, die restlichen neun verteilen sich grob gesagt im Bereich Dicker Berg und Hirtsberg. Ein potentielles weiteres Gebiet ist FD 01 am Hauberg, das derzeit aber noch außen vor ist.

?Wer lässt die Windkraftanlagen bauen?

!Acht Anlagen in diesem Bereich plant die SynEnergie aus Fulda als Tochterunternehmen der Rhön Energie, die seit drei Jahren eine eigene Entwicklungsgruppe für Windenergie hat. Fünf Anlagen werden von Abo Wind aus Wiesbaden geplant. Den Projektentwickler gibt es seit 1996, von Abo Wind stammt auch der Windpark im Bad Hersfelder Stadtwald am Wehneberg, den die Stuttgarter Stadtwerke gekauft haben. Zwar handelt es sich bei SynEnergie und Abo Wind streng genommen um Wettbewerber, bei diesem Projekt planen SynEnergie und Abo Wind aber gemeinsam. Bei der Infoveranstaltung stellten Wolfgang Ruch für SynEnergie und Florian Lüders für Abo Wind ihre Pläne vor.

?Welche Gemeinden sind davon betroffen?

!In erster Linie betreffen die Pläne natürlich die Marktgemeinde Eiterfeld. Gesehen werden die 200 Meter hohen Anlagen aber auch von Haunetal und Hauneck aus. In Haunetal sind etwa Meisenbach, Odensachsen, Hermannspiegel, aber auch Neukirchen betroffen. In Hauneck berühren die Pläne Fischbach und Bodes sowie den südlichen Teil Eitras.

?Wie bewerten die Bürgermeister das Vorhaben?

!Eiterfelds Bürgermeister Hermann-Josef Scheich steht den Plänen durchaus kritisch gegenüber und gibt zu, dass die geplanten Anlagen „das harmonische Tal beeinträchtigen“. Auch Haunecks Bürgermeister Harald Preßmann ist der Meinung, dass dadurch die „Idylle zu wünschen übrig lässt“. „Die ein oder andere Anlage weniger wäre schön“, meint denn auch sein Haunetaler Amtskollege Gerd Lang. Einige sind sich die Gemeindechefs auch darin, dass frühzeitige, transparente Informationen und eine interkommunale Zusammenarbeit in der Sache sinnvoll sind und sich bereits bewährt haben.

?Was sagt der Besitzer des Waldes?

!Moritz von Wilmowsky bezeichnet die Windkraftpläne in seinem Wald als verträglich. Ihm sei es außerdem wichtig gewesen, dass es sich um ein regionales Konzept handelt, was mit SynEnergie gegeben sei. Als Buhmann sieht sich der Waldbesitzer nicht unbedingt, wenngleich es natürlich Kritik gebe.

?Wie sieht der derzeitige Zeitplan aus?

!Mit den Vorbereitungen und der Gutachterphase ist im ersten Halbjahr 2014 begonnen worden. Im ersten Halbjahr 2015 gehen die Gutachterphase und die technische Planung zu Ende. Zudem beginnt das Genehmigungsverfahren, das Ende des Jahres abgeschlossen sein soll. Wenn die Genehmigung erteilt wird, soll im ersten Halbjahr 2016 der Bau beginnen.

?Welche Probleme sehen die Bürger?

!Viele stören sich an der Optik der Windkraftanlagen, die das Landschaftsbild verschandeln würden. Anwohner haben außerdem Angst vor Lärm und Schattenwurf, zudem sehen sie den Wert ihres Eigentums gemindert. Den Tourismus, die Erholungsmöglichkeiten und den Denkmalschutz in Buchenau mit seinen drei Schlössern sieht allen voran Klaus Göbel, Vorsitzender des Vereins „Wir in Buchenau im Eitratal“ und Inhaber des Schlosses Buchenau, in Gefahr.

?Welche Einspruchmöglichkeiten haben die Bürger?

!Es handelt sich um ein Genehmigungsverfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung. Nach der öffentlichen Bekanntmachung in der Presse, über die auch die Gemeinde informieren wird, können die Unterlagen auf der Internetseite des Regierungspräsidiums, aber auch einen Monat lang bei der Marktgemeinde Eiterfeld oder in der Außenstelle in Bad Hersfeld eingesehen werden. Private Einwendungen kann dann jeder machen, nicht nur direkt betroffene Anwohner. „Es fällt nichts unter den Tisch“, verspricht Wolfgang Weber.

?Können die Bürger und die Gemeinde profitieren?

!Wolfgang Ruch von SynEnergie brachte die Möglichkeit einer Energiegenossenschaft ins Spiel, die gemeinsam mit SynEnergie eine Windpark Buchenau GmbH und Co KG bilden könnte mit Sitz in Eiterfeld, was wiederum der Gemeinde Gewerbesteuern einbringen könnte. Zudem sei ein Stiftungsverein denkbar, der etwa Vereine vor Ort unterstützen könnte.

Die Visualisierungen der Agentur Lenné 3D sowie die sonstigen Präsentationen zum Thema werden unter www.energieland.hessen.de eingestellt (-> Beratung und Information -> Bürgerforum -> Veranstaltungen)

Von Nadine Maaz

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