BI „Pro Natur Soisberg“ trug ihre Bedenken vor

Windkraft-Gegner reisten nach Kassel

Ufhausen. Gemeinsam mit den Vertretern von 29 weiteren Bürgerinitiativen (BI) waren Manfred Koch und Ralf Dietrich von der BI „Pro Natur Soisberg“ kürzlich im Regierungspräsidium in Kassel zu Gast, um ihre Bedenken gegen die Vorrangfläche FD_006 zwischen Eichberg und Soisberg in der Gemarkung Ufhausen vorzutragen.

Die Geschäftsstelle der Regionalversammlung Nordhessen hatte die Vertreter der Bürgerinitiativen gegen Windkraftanlagen eingeladen, um deren Wunsch zu entsprechen, die bereits schriftlich vorgebrachten Einwände zum Teilregionalplan Windenergie nochmals mündlich erläutern zu können. Hierzu waren auch die Mitglieder der Regionalversammlung angereist. Auch der Landrat des Landkreises Fulda Bernd Woide und der ehemalige Bürgermeister von Schenklengsfeld, Horst Hannich, als Vorsitzender der Regionalversammlung waren dabei.

Einige BIs hatten ihre zur Verfügung stehende Redezeit einem Team aus Fachleuten übertragen, die auf die Themen Schutzgut Mensch und Natur, die Auswirkungen auf das Landschaftsbild und den Beitrag zur Energiewende durch Windkraftanlagen eingingen. Besonderen Anklang habe eine Darstellung gefunden, nach der die Stromerzeugung durch Windenergie zurzeit nur eine untergeordnete Rolle bei der Energiewende spielen könne.

Für die BI „Pro Natur Soisberg“ ging Ralf Dietrich auf die Aussagen in den zu jeder Fläche erstellten Steckbriefe ein. Danach sei die Vorrangfläche FD_006 gegen das Votum der Oberen Naturschutzbehörde (ONB) in den Regionalplan aufgenommen worden, weil das Landes-Avifauna-Gutachten ein sehr hohes Konfliktpotential zwischen der Vogelwelt und den geplanten Anlagen ausweise und Windkraftanlagen nach Einschätzung der ONB an dieser Stelle nicht genehmigungsfähig seien. Auch das im Auftrag vom Landkreis Fulda erstellte Gutachten stuft die vorgesehene Fläche als „schlecht geeignet“ ein. Außerdem führte Dietrich aus, dass das Gebiet als Lebensraum des Uhu nachgewiesen sei.

Anlagen in Schenklengsfeld

Da die Vogelwelt sich nicht an Kreisgrenzen halte, forderte Dietrich außerdem, dass die gutachterlichen Ergebnisse auch für die unmittelbar angrenzende Fläche HEF_051 (zwischen Eichberg und Soisberg in der Gemarkung Schenklengsfeld) im Kreisgebiet Hersfeld-Rotenburg gelten müsse. „Die Aufnahme in den Regionalplan geschah auch hier unter erheblichen Bedenken der ONB“, teilt Koch als Vorsitzender der BI Soisberg mit. Die Belange der Natur in dem betreffenden Gebieten sei durch die Genehmigung der bereits bestehenden sieben Anlagen auf Schenklengsfelder Gebiet schon einmal nicht beachtet worden. Dies dürfe nicht ein zweites Mal geschehen. Im August 2013 hatte Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke noch bekannt gegeben, dass die Fläche in Ufhausen „wohl draußen“ sei. Neue Informationen dazu gab es bei der jetzigen Veranstaltung laut Koch nicht. (red/nm)

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