Abo Wind und SynEnergie wollen im Wald Anlagen bauen – Gutachter vor Ort

Windkraft in Buchenau?

Im Wald bei Buchenau wollen gleich zwei Firmen – Abo Wind und SynEnergie – Windkraftanlagen bauen. Grafik: Haipeter

Buchenau. Die Unternehmen Abo Wind aus Wiesbaden sowie SynEnergie aus Fulda planen, Windkraftanlagen im Privatwald bei Buchenau zu errichten. Beide Investoren sind zuversichtlich, dass die Suchräume westlich der Gemeinde Eiterfeld in die zweite Offenlegung des Regionalplanes aufgenommen werden. Das heißt jedoch nicht, dass die Windräder auch gebaut werden.

Es handelt sich um zwei getrennte Projekte, die die Investoren realisieren möchten. SynEnergie sieht vor, im Wald des Freiherren von Wilmowsky zwölf Anlagen aufzustellen. Abo Wind plant, acht im Privatwald Rotenhan zu errichten. „Diese Suchräume waren schon im ersten Entwurf des Regionalplanes vorgesehen“, erklärt Alexander Koffka von Abo Wind. Aus Gründen des Naturschutzes seien sie jedoch weggefallen. „Daraufhin haben wir Gespräche mit der Oberen Naturschutzbehörde geführt. Denn wir meinen, dass in diesen Bereichen doch Windkraftanlagen aufgestellt werden können“, sagt der Pressesprecher des Unternehmens. Abo Wind ist auch für den umstrittenen Windpark im Bad Hersfelder Stadtwald verantwortlich, der derzeit gebaut wird.

Tatsächlich erfüllen die Gebiete rund um den Mahnberg, den Dicken Berg und den Hauberg Kriterien, durch die den Windkraftanlagen nichts mehr im Wege zu stehen scheint: Es handelt sich weder um Wasserschutzgebiete, noch stören die Rotoren Radaranlagen. Die Windhöffigkeit stimmt – genau wie der Abstand zu angrenzenden Siedlungen. Mopsfledermaus, Milan und Schwarzstorch könnten den Unternehmen jedoch einen Strich durch die Rechnung machen. Weil das Vorkommen diese Tierarten im Buchenauer Privatwald vermutet wird, wurde das Gebiet nämlich nicht in den ersten Entwurf des Regionalplanes aufgenommen. „Derzeit sind Gutachter vor Ort, die überprüfen sollen, ob wirklich etwas gegen den Bau der Anlagen spricht“, erklärt Koffka. Während SynEnergie wegen des derzeitigen Planungsstadiums noch keine Angaben zu den Kosten machen kann, peilt Abo Wind ganz grob ein Investitionsvolumen von rund 50 Millionen Euro an. „Jedes der Projekte wäre aber nur einzeln so realisierbar, wie es angedacht ist. Kommen beide Standorte infrage, liegt die Anzahl der Anlagen sicher unter 20 Stück“, teilt SynEnergie mit.

Scheich: „Zu viele Anlagen“

Eiterfelds Bürgermeister Hermann-Josef Scheich hatte das Projekt bei der jüngsten Gemeindevertretersitzung bekanntgegeben. Mit den betroffenen Ortsvorstehern haben die Unternehmen im Mai bereits Gespräche geführt. Auch Scheich hat sich eine Meinung zu den Anlagen gebildet: „Die angepeilte Fläche ist zu groß, das sind viel zu viele Windräder.“

Falls die Suchräume in den Regionalplan aufgenommen werden, heißt das jedoch nicht, dass die Anlagen auch gebaut werden. „Es bedeutet lediglich, dass es möglich ist, an diesen Standorten zu planen“, betont Koffka.

Von Sophia Steube

Kommentare