Marion Walther und Sven Wiebers zeigen in der Galerie Liebau Gemälde und Skulpturen

Wiedersehen in Burghaun

Stellen ihre Skulpturen und Bilder in der Galerie Liebau in Burghaun aus: Marion Walther und Sven Wiebers. Foto: Desoi

Burghaun. Die Galerie Liebau in Burghaun zeigt Skulpturen von Marion Walther und Gemälde von Sven Wiebers. Die Werke sind bis zum 12. Oktober ausgestellt.

Zur Ausstellungseröffnung zeigte Galerieherr Günter Liebau zusammen mit der Formation „Dark Blue“ (Rainer Rueppell, Marius und Ralf Bartholmei und Nick Liebau) mit Songs wie „As Tears Go By“, dass er noch singen kann wie in jungen Jahren. Sehr charmant stellte er die Ausstellenden vor: Marion Walther und Sven Wiebers.

Keine Zufälle

Zufälle – gibt es die, oder ist das alles vorprogrammiert? Walther und Wiebers stellten fest, dass sie zusammen 1974 auf der Pädagogischen Hochschule in Erfurt studiert haben: sie Kunst und Deutsch, er Kunst und Mathematik. Dann haben sie sich 40 Jahre lang aus den Augen verloren – bis zum Treffen in Burghaun auf der Vernissage. Ihre künstlerischen Werke könnten unterschiedlicher nicht sein. Sven Wiebers Werke erinnern an Meisterwerke des späten Mittelalters und der Venezianischen Malerei aus dem 14. bis 15. Jahrhundert. Wie viele Maler vor ihm, reist Wiebers gerne und viel. Reisen ist für ihn Inspiration. Landschaften, Städte, Menschen sind seine Bildmotive. Die Charaktere der Landschaften, Städte, Menschen und sehr ästhetische, erotische Akte werden skizziert oder fotografiert und dann im Atelier malerisch mit Acrylfarben fixiert. Wiebers: „Ich beginne auf schwarzem Grund und arbeite mich von dunkel auf hell oder weiß vor. Die Gänseblümchen auf der Wiese musste ich 20 mal überpinseln, bis sie weiß wurden. Vor 30 Jahren waren schöne Bilder verpönt. Heute trauen sich die Künstler wieder einfach schön zu malen. Ich habe schon immer gerne schön gemalt.“ Seine Frau, Eva Nordal, ist auch Malerin. Sie verrät: Die Käufer der Aktmalereien (Brüste von Körbchengröße A bis D und Ganzkörperakte) seien überwiegend Frauen. Eine Freundin habe sich ein „Brustgemälde“ in ihr Badezimmer gehängt. Wer hätte das gedacht?

Marion Walter ist den Bad Hersfeldern keine Unbekannte. Sie stellte schon 2009 ihre Keramiken in der Galerie im Stift aus. Auch in Burghaun ist es nicht ihre erste Ausstellung. Ihr Ursprungswerkstoff ist Ton. Auch ihre Werke haben einen erdigen Charakter. Der zweite Werkstoff ist Porzellan. Das macht ihre Werke so geheimnisvoll und zeitlos. Die keramisch-plastischen Arbeiten wirken archaisch, wie frisch von einem Archäologen ausgebuddelt. Risse, Kerben und Schriftzeichen verstärken diesen Eindruck. Eine elementare altertümliche Ausstrahlung, wie von Urmenschen geformt, beeindruckt den Besucher. Die Werke brauchen kein schmückendes Beiwerk. Die Glasuren, von weiß bis grau, unterstreichen den mystischen Ausdruck. Die Mischung wirkt geheimnisvoll. Geheimnisvolles aus anderen fernen Welten, der antiken oder zukünftigen Zeit. Sie erinnern an die Endlichkeit des Menschenlebens und stimmen nachdenklich.

Von Christa Desoi

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