Sanieren oder neu bauen: Hochbehälter in Neukirchen treibt die Gemeindevetreter um

„Wer soll das bezahlen?“

Der Hochbehälter in Neukirchen als Wasserspeicherreservoir für Trink- und Nutzwasser ist offenbar marode. Foto: Jeuthner

Neukirchen. Der Hochbehälter in Neukirchen und die Frage, ob dieser saniert oder neu gebaut werden soll, hat die Haunetaler Gemeindevetreter auch bei ihrer jüngsten Sitzung beschäftigt.

Einstimmig wurde der im Februar von der Gemeindevetretung beschlossene Sperrvermerk zur Investition „Hochbehälter Neukirchen“ jetzt wieder aufgehoben. Dieser sollte eigentlich erst dann aufgelöst werden können, wenn der Bau- und Umweltausschuss sowie der Haupt- und Finanzausschuss ein klares Votum für eine der beiden Alternativen Sanierung oder Neubau ausgesprochen hat.

Im Mai hatten sich die Ausschussmitglieder mit einem Planer vom Büro Köhl in Fulda getroffen, der nochmals das Konzept zur Sanierung oder zum Neubau vorstellte. Bürgermeister Stefan Euler schlug vor, dass sich die Ausschüsse in den Juni-Sitzungen dazu noch einmal beraten sollten. Eine Entscheidung steht indes noch aus. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Andreas Kimpel wies daraufhin, dass die Aufhebung des Sperrvermerks noch keine Entscheidung sei, es sei allerdings klar, dass der Hochbehälter seit langem marode sei und deshalb etwas passieren müsse. Auch Gerhard Kauffunger (SPD) sprach sich dafür aus, nicht mehr lange zu warten, „sonst sagt uns das Gesundheitsamt, wann wir zu bauen haben“.

Frank Wiegand (SPD) gab zu, sich als Nicht-Ausschussmitglied derzeit nicht sachkundig genug zu fühlen, eine Entscheidung in die eine oder andere Richtung zu treffen. Er vermisste außerdem einen Plan für die Refinanzierung. Auch Klaus Billing (FWG) warnte vor den geschätzten Kosten für einen Neubau in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro. „Wer soll das bezahlen? Die Gemeinde steht mit dem Rücken an der Wand.“ Eine Sanierung wäre zwar günstiger, viel tue sich da nach Meinung einiger Kommunalpolitiker aber nicht. Mit der Aufhebung des Sperrvermerks sei der Weg nun jedenfalls frei für weiteres Vorgehen.

Gewerbegebiet einbeziehen

Nur knapp angenommen wurde mit elf zu acht Stimmen – das Nein kam von Seiten der SPD – ein Antrag der CDU-Fraktion, in Sachen Sanierung oder Neubau des Hochbehälters zu prüfen, inwieweit die anfallenden Kosten von der Hessischen Landgesellschaft im Rahmen der Erschließung des Gewerbegebietes Neukirchen getragen werden könnten. Immerhin werde das Projekt stark durch die Brandschutzvorgaben für das Gewerbegebiet beeinflusst. Bei der finanziell angespannten Situation der Gemeinde gelte es, alle Möglichkeiten auszuloten.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank Neuber war hingegen der Meinung, dass die Umlage „so gar nicht geht“. (nm)

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