Urteil im Rechtsstreit aus Haunetaler Ortsteil: Dr. Schreiber wird Nutzung untersagt

Der Weg in Wehrda ist privat

Bad Hersfeld/Wehrda. Im Rechtsstreit um die Nutzung des rund 50 Meter langen Weges an der Straße „Am Alten Turm“ in Wehrda, der auch zum Roten Schloss führt, ist jetzt das Urteil gefallen. In dem Zivilverfahren am Amtsgericht Bad Hersfeld saßen sich Dr. Axel Schreiber als Nutzer und Anlieger sowie Tim Freiherr von Campenhausen als Besitzer des Weges und Kläger gegenüber.

Schreiber darf den Privatweg mit Fahrzeugen jeder Art nicht mehr befahren oder Dritte zum Befahren veranlassen. Bei jedem Fall der Zuwiderhandlung droht ein Ordnungsgeld von bis zu 250 000 Euro und für den Fall, dass dieses nicht beigetrieben werden kann, Ordnungshaft bis zu sechs Monaten. Dies teilte der Pressesprecher des Gerichts im Anschluss an die Verkündung des Urteils mit.

Schreiber hat auch die Kosten des Verfahrens zu tragen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Über eine Berufung müsste das Landgericht Fulda entscheiden.

Der eigentlich private Rechtsstreit war im Dezember 2014 öffentlich geworden, als Gerhard Diehl als Mitglied der CDU-Fraktion dazu eine Anfrage in der Gemeindevertretersitzung gestellt hatte. Er sah auch andere Bürger und vor allem Touristen von dem Wegerechtsstreit betroffen, für die das Rote Schloss als eines von drei Schlössern in Wehrda eine wichtige Sehenswürdigkeit darstelle. Auch im Ortsbeirat war der Konflikt Thema (HZ berichtete).

Schreiber, der Vorsitzender der Haunetaler Gemeindevertretung (CDU) ist, nutzt den seiner Meinung nach öffentlichen Weg wie schon sein Vater vor allem im Sommer für die Getreideannahme seines Saatguthandels. Von Campenhausen wollte sich zu dem privaten Rechtstreit bislang nicht öffentlich äußern. Im April hatte er vor Richter Dieter Leimbach argumentiert, den geschotterten Weg und die angrenzende historische Mauer vor Schäden durch schweres Gerät bewahren zu wollen.

Im Vorfeld des Prozesses waren auch die Auflösung der Gutsbezirke im Jahr 1928, nach der der Weg laut einiger Wehrdaer öffentlich geworden sein soll, und die im Archiv der Gemeinde unauffindbaren Unterlagen dazu zum Thema geworden.

Inwieweit beziehungsweise ob Spaziergänger von dem Urteil betroffen sind, die einen Blick auf das Rote Schloss werfen wollen, war gestern beim Gericht nicht mehr zu erfahren. (nm)

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