Alarm aus der Zimmerei: Großraumübung beim Gemeindefeuerwehrtag in Haunetal

Vorbildlicher Einsatz

Gemeinsam stark: Beim Gemeindefeuerwehrtag in Haunetal hatten die Feuerwehrleute auch eine Großraumübung zu absolvieren. Foto: Jeuthner

Schletzenrod/Wetzlos. Freitagabend, 18.38 Uhr: Sirenengeheul in Schletzenrod und aus den umliegenden Ortsteilen das entsprechende Echo. Hektische Betriebsamkeit unterbricht die eben noch feierabendliche Ruhe. Mitarbeiter der Zimmerei Manfred Koch hatten den Alarm ausgelöst. Es gebe Verletzte und eine undefinierbare Flüssigkeit laufe aus.

„Wir wollten mal etwas ganz anderes machen“, erklärte der Gemeindebrandinspektor Daniel Streibler und erläuterte die Szenarien der Großraumübung anlässlich des Haunetaler Gemeindefeuerwehrtages. So galt es unter anderem zwei zwischen Baumstämmen eingeklemmte Personen zu befreien, wobei der angedachte Einsatz von Motorsägen von den Einsatzkräften gleich verworfen wurde. Man entschied, die Stämme zunächst zu fixieren und mit Hilfe der entsprechenden Hebegeräte anzuheben, um die Verletzten zu bergen.

Giftige Dämpfe

Besondere Aufmerksamkeit erforderte der Umgang mit der auslaufenden Flüssigkeit, bei der es sich um Gefahrgut handelte, das leicht entflammbar war und giftige Dämpfe verursachte. „Vorbildlich“, lobte Streibler die Vorgehensweise der Wehren, die diesen Part der Übung mit Rettung und Dekontaminierung übernommen hatten. Die für den „Flächenbrand hinter den Gebäuden“ notwendige Wasserversorgung wurde über eine rasch aufgebaute „lange Wegestrecke“ von drei weiteren Wehren vom Löschteich herangeführt.

Die Jugendwehren waren unter anderem für die Löschung eines in Brand geratenen Traktors und die Verkehrssicherung zuständig. Aufgaben, die sie unter der Leitung des Jugendfeuerwehrwarts Sven Meißner mit Begeisterung lösten.

Neben der Ernennung von zehn neuen Wehrführern und deren Stellvertretern zu Ehrenbeamten, zahlreichen Ehrungen und Beförderungen war die Einweihung des lange gewünschten Einsatzleitwagens das Thema des Festkommers’. Das Führungsfahrzeug, das nun seiner Bestimmung übergeben wurde, sei wichtig für die Koordination, Dokumentation und Information, begründete Streibler die Anschaffung in seiner Rede. „Vor langer Zeit wurden in der Gemeindevertretung insgesamt 16 000 Euro bereitgestellt. Dies entspricht einem Viertel des Neupreises eines solchen Fahrzeugs. Eigenleistungen, aber auch die Hilfe von Firmen wie der Schreinerei Stuckardt und Röll Weinbaugeräte Wehrda unterstützen das Projekt.“

Wertvolles Kapital

„Die Sorge und Hilfe für andere Menschen ist das wertvollste Kapital im Haushalt der Menschheit“, zitierte Bürgermeister Stefan Euler Altbundespräsident Theodor Heuss. Die Wehren der Marktgemeinde Haunetal hätten einiges vorzuweisen, ohne viel Wind davon zu machen. Allerdings müsse die Kommunikation zwischen den gemeindlichen Gremien und der Feuerwehr besser werden. Er wünsche sich vor allem mehr Interesse der Gemeindevertreter an den Wehren; wer Kritik übe, müsse sich auch mit der Materie befassen. Seinen letzten „Auftritt“ hatte Kreisbrandmeister Hermann Funk, der auch die Grüße des Landrats überbrachte.

Von Elfriede Jeuthner

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