Etwa 100 Bürger aus Buchenau und Haunetal informieren sich über Windkraft-Pläne

Viele Fragen an SynEnergie

Zahlreiche zum Teil verärgerte und besorgte Bürger wollten sich über die Windkraftpläne in Buchenau informieren, hinten im Bild Wolfgang Ruch von SynEnergie. Foto: Ellenberger

Buchenau. Knapp 100 Bürger waren am Montagabend im Schloss Buchenau zur Sitzung des Ortsbeirats zusammengekommen, um sich über die geplanten Windkraftanlagen im Privatwald zu informieren.

Der Besitzer des Waldes, der derzeit in München lebende Moritz von Wilmovsky, plant in Zusammenarbeit mit SynEnergie zwölf Windkraftanlagen in seinem Wald aufzustellen. SynEnergie ist ein Unternehmen der RhönEnergie-Gruppe. Von Wilmovsky habe mehrere Angebote bekommen. „Mir war wichtig, dass es ein regionales Konzept ist“, erklärte er.

Einheitliche Kriterien

Wolfgang Ruch, Geschäftsführer der Windkraft Eichberg GmbH bei Schenklengsfeld, stellte als freier Mitarbeiter des Unternehmens SynEnergie das Konzept vor. Er betonte, sie seien noch in der Planung und bestrebt, die Bürger zu informieren. Durch den hessischen Energiegipfel seien einheitliche Kriterien festgelegt. Demzufolge gebe es drei mögliche Gebiete im Netzgebiet von RhönEnergie. Eines davon liege bei Buchenau. Noch seien nicht alle nötigen Gutachten ausgestellt, sollten aber im Sommer angefertigt werden. Während der Präsentation ging immer wieder ein Raunen durch die Zuhörer.

Es kamen viele Fragen auf, unter anderem, ob die Mindestabstände erhöht werden könnten. Ruch sagte dazu: „Wir sind sicherlich kompromissbereit, aber es muss sich wirtschaftlich lohnen.“ Nach derzeitigem Stand würden die Anlagen eine Nabenhöhe von 140 Meter haben. Auch bei relativ moderater Windkraft käme es dabei zu maximaler Leistung. Mit den geplanten Anlagen könnten theoretisch 25 700 Haushalte abgedeckt werden. Der gewonnene Strom solle im Umsatzwerk zwischen Arzell und Eiterfeld gespeichert werden. Man sei bemüht, den Eingriff in den Wald minimal zu halten und orientiere sich an vorhandenen Wegestrukturen. Pro Anlage seien 0,6 Hektar des 600 Hektar großen Waldes betroffen.

Einige Dorfbewohner befürchteten eine Wertminderung ihrer Immobilien. Auch äußerten sie Unmut über mögliche Störungen durch Licht und Geräusche. Auch aus der ebenfalls betroffenen Marktgemeinde Haunetal waren Bürger zugegen. Andreas Spieß von der Eiterfelder Gemeindeverwaltung betonte, es sei noch nicht sicher, ob der Bau überhaupt erlaubt werde. Zudem könnten die Bürger noch Einwände erheben.

Unruhe bei Visualisierungen

Unruhig wurde die Menge, als Ruch Visualisierungen der Aussicht von verschiedenen Orten aus zeigte, darunter Oberstoppel. Auch der Besitzer des anliegenden Privatwaldes Götz von Rothenhan war zugegen. Er plant eigentlich den Bau von acht weiteren Anlagen in Kooperation mit AboWind. Ruch betonte allerdings immer wieder, dass die Unternehmen nicht „12 plus 8“ Anlagen bauen würden und es bald ein gemeinsamenes Treffen geben solle. Man rede über eine Brückentechnologie, erklärte von Rothenhan. „Dass die Dinger nicht schön sind, ist klar.“ Aber er wünsche sich ein atomfreies Deutschland. Später sollen Bürger-Energie-Genossenschaften sich mit bis zu 50 Prozent am Windpark Buchenau beteiligen können. (ce)

Von Caroline Ellenberger

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