Haunetal: Weitere Vollzeitstelle zurückgestellt – Hochbehälter soll neu gebaut werden

Verwaltung ruft um Hilfe

Haunetal. Dem Wunsch des Gemeindevorstands, in der Verwaltung eine weitere Vollzeitstelle zu schaffen, haben die Haunetaler Gemeindevertreter erstmal eine Absage erteilt. Sie folgten bei ihrer Sitzung am Dienstag im Dorfgemeinschaftshaus damit der Empfehlung des Haupt- und Finanzausschusses, das Vorhaben zurückzustellen, und forderten weitere Details zu den liegen gebliebenen Aufgaben und zur Finanzierung.

Der Gemeindevorstand möchte zum 1. Januar 2014 eine auf zwei Jahre befristete Stelle ausschreiben, da insbesondere noch ausstehende Aufgaben im Rahmen der neuen doppischen Haushaltsführung und der vorzulegenden Eröffnungsbilanz sowie weiterer gemeindlicher Projekte, wie eine neue Wasser- und Abwassersatzung, wegen Personalmangels zeitnah nicht möglich seien. „Wir haben schon Probleme, die täglichen Aufgaben abzuarbeiten, wie sollen wir da Rückstände aufarbeiten?“, warb auch die Erste Beigeordnete Almuth von Campenhausen für die Stelle. Von Campenhausen vertrat den für vier Wochen krankgeschriebenen Bürgermeister Stefan Euler. Die Haunetaler Verwaltung sei im Vergleich mit anderen Kommunen unterdurchschnittlich besetzt. Derzeit gibt es neben dem Bürgermeisteramt drei Vollzeit- und drei Teilzeitbeschäftigte im Rathaus.

Einig waren sich die Mitglieder der Fraktionen bei ihrer Entscheidung jedoch nicht. Gerhard Kauffunger (SPD), der auch für den Haupt- und Finanzausschuss sprach, wollte die Probleme detaillierter erläutert wissen und forderte den Gemeindevorstand auf, Möglichkeiten der interkommunalen Zusammenarbeit zu prüfen. Auch in anderen Kommunen werde zum Beispiel bei der Finanzverwaltung kooperiert, pflichtete ihm Peter Heimroth (CDU) bei. „Da müssen wir auch hinkommen“, so Heimroth. Die anfallenden Doppik-Aufgaben bezeichnete er als „Fleißarbeit“, für die nicht unbedingt eine teure Stelle her müsse.

Jürgen Leimert (SPD) wollte die Entscheidung nicht mittragen. „Es muss umgehend etwas passieren. Wir haben einen Stillstand in der Gemeinde“, warnte er. Ähnlich sah es Frank Wiegand (SPD): „Diese Stelle muss schnellstmöglich beschlossen werden.“

Zwölf Gemeindevertreter stimmten schließlich für die Zurückstellung, fünf dagegen und zwei enthielten sich. Auch der schriftliche Hilferuf der Verwaltungsmitarbeiter, der in der Sitzung verlesen wurde, verhallte somit.

Eine eindeutigere Entscheidung ist zum Hochbehälter Neukirchen gefallen: 17 Vertreter stimmten für einen Neubau, für den Kosten in Höhe von rund 790 000 Euro anfallen. Eine Sanierung sei aus rechtlichen Gründen nicht möglich, beziehungsweise es müsste in Teilbereichen Neukirchens der Wasserdruck erhöht werden, um die Löschwasserversorgung sicherzustellen, was mit weiteren Kosten verbunden wäre. Ein Nein gab es von Dr. Hans-Jörg Leister, der vor einer „zweiten Elbphilharmonie“ warnte. Kurz ...

Von Nadine Maaz

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