Lisa Volkmer und Markus Käsmann halten in Arzell seltene Schwarznasenschafe

Verschmust und neugierig

Die Walliser Schwarznasenschafe von Lisa Volkmer und Markus Käsmann sind zutraulich und lassen sich gerne streicheln. Foto: Steube

Arzell. 16 wollige Vierbeiner grasen gemütlich am Ortsrand von Arzell. Schon von Weitem sind ihre Glöckchen zu hören. Dass das keine Rhönschafe sind, erkennt jeder Spaziergänger auf den ersten Blick. Zwar ist der Kopf schwarz, doch das Fell viel länger und zotteliger. „Wie ein Teddybär“, scherzt Lisa Volkmer (21), die mit ihrem Freund Markus Käsmann (24) Walliser Schwarznasenschafe hält.

Mit einem ungewöhnlichen Weihnachtsgeschenk hat alles angefangen: An Heiligabend vor zweieinhalb Jahren lag für Lisa Volkmer aus Eiterfeld kein Päckchen unter dem Baum, sondern im Stroh. Als ihr Freund Markus Käsmann sie zur Bescherung in den Stall führte, staunte die 21-Jährige nicht schlecht. „Ich habe mich riesig gefreut“, erinnert sich Lisa. „Ich habe zwar gesagt, dass ich gern ein Walliser Schwarznasenschaf hätte. Doch dass ich eins bekomme, hätte ich nicht gedacht.“

Denn in Deutschland ist die Rasse, die ursprünglich aus Wallis in der Schweiz stammt, eher selten. Daher kam Markus Käsmann zunächst auch nur an ein blindes Schaf. Doch „Schnucki“ blieb nicht lange das einzige Haustier von Lisa und Markus. Mittlerweile zählen 16 Vierbeiner zur Herde. „Und es können ruhig noch mehr werden“, betont Lisa.

Tierisches Hobby

Für sie bedeuten ihre Schafe ein Ausgleich zum Alltag, ein Hobby. Schon morgens vor der Arbeit fährt die 21-Jährige am Weideplatz vorbei und sieht nach, ob alles in Ordnung ist und die Tiere komplett sind. Abends besucht sie die Vierbeiner dann oft mit Markus. „Da müssen wir viel Zeit mitbringen“, sagt der 24-Jährige. Im Gegensatz zu anderen Rassen sind die Walliser Schwarznasenschafe ruhig, bequem und vor allem zutraulich und richtig verschmust.

Sobald Lisa und Markus die Weide betreten, schauen die zotteligen Tiere schon neugierig in die Richtung der beiden. Streicheln lassen sie sich sofort. Und selbst das blinde Schaf „Schnucki“ bekommt mit, wenn Besuch da ist.

Von Mai bis Oktober stehen die Schwarznasen auf der Weide am Arzeller Ortsrand. Wenn es windstill ist, erzählen Lisa und Markus, könnten sie die Glöckchen ihrer Schützlinge bis nach Hause hören. Neben der täglichen Pflege müssen die Vierbeiner zweimal im Jahr geschoren werden. Vor Kurzem hat Lisa die Wolle richtig verarbeiten lassen. Daraus werden nun Socken für den Herbst gestrickt. „Allerdings ist das ein teurer Spaß gewesen. Das macht man einmal und dann nie wieder“, scherzt die Eiterfelderin.

Von manch einem Schaf muss sich Lisa allerdings ab und zu trennen. Zwar sei diese Rasse für Züchter unrentabel, da sie „viel länger brauchen, bis sie geschlachtet werden können“, wie Markus erklärt. Die Böcke können aber auch nicht bei der Herde bleiben, sonst würde es Inzucht geben. „Natürlich ist es traurig, wenn sie geschlachtet werden. Aber da ich es von Anfang an weiß, gewöhne ich mich auch nicht allzu sehr an das Tier“, sagt Lisa. Irgendwann möchte sie mit Markus in die Schweiz reisen, um sich die Schafe direkt in Wallis anzuschauen.

Von Sophia Steube

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