Gemeinde könnte auf Schulden sitzenbleiben

TC Haunetal: Verein vor dem Aus

Versuchen nicht allzu schwarz zu sehen: Der Vorsitzende des TC Haunetal, Meinrad Bender (links), und der zweite Vorsitzende Fritz Krauser. Dem Verein droht die Auflösung, die Unterhaltung von drei Plätzen überfordert die verbliebenen Mitglieder. Foto: Maaz

Haunetal. Ein Verein für alle an Tennis interessierten Haunetaler sollte er sein. Fast 30 Jahre nach der Gründung steht der TC Haunetal nun aber vor dem Aus. Und das könnte auch für die Gemeinde finanzielle Folgen haben.

Meinrad Bender und Fritz Krauser sind sichtlich enttäuscht, hatten sie sich doch vor zwei Jahren bereit erklärt, dem damals schon strauchelnden Verein auf die Beine helfen zu wollen und den Vorsitz zu übernehmen. „Es fehlten damals wie heute Aktive für den Vorstand. Viele sind bereit zu helfen, aber die Verantwortung möchte niemand übernehmen“, meint Bender.

Es fehlt aber nicht nur am guten Willen. Ältere Mitglieder treten irgendwann aus dem Verein aus, jüngere rücken kaum nach, weil sie entweder Fußball spielen oder den Eltern die Zeit fehlt, sie zum Training zu fahren. Hinzu kommt, dass der Verein seit einiger Zeit auch keinen Trainer mehr hat.

Mit verschiedenen Aktionen wie einem Tag der offenen Tür oder der Beteiligung an den Ferienspielen habe man versucht, neue Mitglieder zu gewinnen und Leben in den Verein zu bringen. „Leider ohne Erfolg“, berichtet Krauser.

„Entscheidung war verkehrt“

Ein weiteres Problem sind laut der Vorsitzenden die drei Kunstrasenplätze, die in Rhina an der Wehrdaer Straße liegen und die es zu pflegen und zu unterhalten gilt. „Die Entscheidung dort zu bauen, war verkehrt“, ist sich Krauser sicher. Von der Straße aus sind gerade die beiden neueren Plätze nicht zu sehen. „Tennis findet im Blickpunkt der Haunetaler überhaupt nicht statt.“

Bei der Gründung 1986 hatte der Verein 44 Mitglieder – darunter auch Fritz Krauser. Heute sind es noch 33. Als die neuen Plätze vor rund zehn Jahren gebaut wurden, waren es immerhin über 50.

Bender und Krauser jedenfalls sind mit ihrem Latein am Ende. Ganz aufgeben wollen sie „ihren“ Verein aber auch noch nicht. Eine Lösung könnte der Anschluss an einen bestehenden größeren Verein sein. Konkrete Gespräche habe es dazu aber noch nicht gegeben, erklären Bender und Krauser. Die „Braut“ sei auch nicht sonderlich attraktiv.

Sollte sich der Verein auflösen, hätte das auch für die Gemeinde unschöne Folgen. Denn diese hatte den Verein beim Bau der neuen Plätze planerisch unterstützt und eine Bürgschaft über 30 000 Euro übernommen. 10 000 Euro sind laut Bender und Krauser abbezahlt. Auf 20 000 Euro an Schulden würde die Gemeinde somit im schlechten Fall sitzenbleiben.

Das beunruhigt natürlich auch Bürgermeister Gerd Lang. „Wenn es so kommt, müssen wir uns an einen Tisch setzen, die Karten auf den Tisch legen und gemeinsam eine Lösung finden“, sagt der Verwaltungschef. Möglicherweise habe der Verein zum Beispiel noch Vermögen, das eingesetzt werden könne, so Lang mit Blick auf einen möglichen Kassensturz.

Auch über die Zukunft der idyllisch, aber abseits gelegenen Tennisplätze müsste dann nachgedacht werden.

Von Nadine Maaz

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