Haunebrücke erhitzt die Gemüter – Bürger sorgen sich um Hochwasser in Rhina

Umstrittenes Bauwerk

Zu einer Infoveranstaltung zur neuen Haunebrücke hatte der Haunetaler Gemeindevorstand eingeladen: Das Bild zeigt von links Peter Wöbbeking (Regionaler Bevollmächtigter für Osthessen bei Hessen Mobil), Jürgen Dormeier (Hessen Mobil), Frank Schott (Bauamt Haunetal), Wolfgang Schmitt (Haunetaler Gemeindevorstand), Andreas Lang (Hessen Mobil) und Sven Ruscher (Regierungspräsidium Kassel) mit einem Plan des Bauwerks. Foto: Maaz

Haunetal. Die schon seit Mai im Bau befindliche neue Haunebrücke erhitzt manches Gemüt. Vor allem in Rhina sorgt man sich um mögliche negative Folgen des Bauwerks zwischen Neukirchen und Holzheim bei Hochwasser.

Zu einer Infoveranstaltung mit den zuständigen Planern hatte der Gemeindevorstand deshalb für Mittwochabend eingeladen, und gut 20 Bürger hatten sich im Rustikana in Neukirchen eingefunden. „Wir hoffen, Ihre Befürchtungen ausräumen zu können“, so der Regionale Bevollmächtigte für Osthessen bei Hessen Mobil, Peter Wöbbeking. Das gelang letztlich jedoch nur bedingt.

Keine Bürgerbeteiligung

Nach einer kurzen Einführung von Wolfgang Schmitt vom Gemeindevorstand und dem Hinweis, dass eine Bürgerbeteiligung bei einem solchen Vorhaben außerhalb des Ortes nicht erforderlich sei, erläuterte Jürgen Dormeier von Hessen Mobil die technischen Daten der neuen Brücke. Diese ist größer und höher und als die alte Brücke und für ein sogenanntes 100-jährliches-Hochwasser ausgelegt. Das Bauwerk ohne Mittelpfeiler hat somit auch einen höhereren Durchflussquerschnitt und eine höhere Durchflussmenge, sodass bei Hochwasser mehr Wasser abgeführt werden könne. Auf Anregung von Frank Schott vom Haunetaler Bauamt sollen zudem drei zusätzliche Querdurchlässe mit 60- Zentimeter-Rohren in den Straßendamm eingebaut werden. Im Zuge des Neubaus wird auch die Straße angehoben, die bei Hochwasser zukünftig noch befahrbar sein soll. In der Vergangenheit gab es immer wieder Überschwemmungen im Bereich der Brücke und der angrenzenden Wiesen samt des Gemeindebauhofs, der allerdings nur im vorderen Bereich betroffen war.

Der Neubau ist laut Hessen Mobil notwendig, da sich eine Sanierung der alten, beschädigten Brücke aus dem Jahr 1957 wirtschaftlich nicht mehr gelohnt hätte. Die Kosten in Höhe von rund 1,6 Millionen Euro trägt das Land Hessen (HZ berichtete). Das Thema Hochwasserschutz erläuterte für die Obere Wasserbehörde beim Regierungspräsidium Kassel Sven Ruscher. „Wir hatten und haben keine Bedenken“, machte er deutlich. Er verwies außerdem auf zusätzliche Maßnahmen wie das Absenken der Böschung.

Arger Luft gemacht

Ihrem Ärger Luft machte Renate Frauenfelder aus Rhina (FWG-Fraktion). Sie kritisierte das Zubauen der Täler und bezweifelte, dass es bei Hochwasser keinen Rückstau bis Rhina gebe. „Ihnen sind die Straßen wichtiger als die Rhinaer“, warf sie Hessen Mobil vor und der Gemeinde, dass diese nur an den Bauhof denke.

Dr. Hans-Jörg Leister (CDU-Fraktion) bemängelte nicht nur, dass die Brücke nie Thema in der Gemeindvertretung war. Er hält diese auch für eine Fehlplanung. Als Vorschlag gab er den Planern mit, statt der vorgesehenen drei Durchlässe fünf mit jeweils einem Meter Durchlass anzulegen.

Im Dezember soll die neue Brücke samt Straße befahrbar sein. Die alte Brücke wird dann je nach Witterung abgerissen. Einen scheinen die Brückenbauarbeiten übrigens nicht zu stören: ein von Lothar Sabo beobachteter Biber in dem Bereich sei nach wie vor aktiv.

Von Nadine Maaz

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