Vereine und Besucher erlebten beim Bundesmusikfest die Vielfalt der Blasmusik

Mit Trommeln und Trompeten

Der Musikverein Wölf bei seinem Auftritt in Ufhausen. Foto: Burkhardt

Ufhausen. Jährlich wechselt der Ort für die Ausrichtung des Bundesmusikfestes des Musikbundes Vorderrhön. Nachdem das Musikcorps Ufhausen im Frühjahr bereits das Wertungsspielen veranstaltet hat, folgte jetzt das Bundesmusikfest am Kolpinghaus in Ufhausen.

Zahlreiche Besucher und Musikfreunde säumten die Straße vor dem Kolpinghaus, um die Mitgliedsvereine des Musikbundes zu begrüßen. Mit einem Sternenmarsch durch den Ort marschierten sie mit zünftiger Marschmusik zum Festplatz. Es folgte ein erster Höhepunkt: Der beeindruckende Massenchor mit allen fünf Musikvereinen, der vom Dirigenten des Musikcorps Ufhausen, Gerhard Hohmann, angeleitet wurde. Über 120 Musiker spielten gemeinsam den Trumpet Bolero und den Regimentsgruß. Zur Nationalhymne erhoben sich alle von ihren Plätzen und stimmten mit ein.

Im Musikkarussell

Die Dammersbacher Blaskapelle, der Bläserchor Tonica Mackenzell, die Trachtenkapelle Großentaft, der Orchesterverein Eiterfeld und der Musikverein Wölf spielten den Nachmittag in einem sogenannten Musikkarussell. Dabei platzierten sie sich in den Ecken des Festzeltes und spielten reihum auf. Walzer, Polkas, Märsche, traditionelle Blasmusik und moderne Stücke wie Arrangements von Abba oder den Beach Boys brachten sie zu Gehör.

Die Zuschauer unterstützten die Musiker durch Mitklatschen. Dass die Musiker selbst großen Spaß hatten, erkannte man an ihren kleinen Showeinlagen. Die Wölfer verteilten sich beispielsweise auf dem gesamten Platz und spielten einige Lieder, die das Publikum kräftig mitsingen konnte. Danny Enwerem, Schlagzeuger der Tonica Mackenzell, sprang auf den Tisch und spielte während eines Stückes ein „Schlagzeugsolo“ auf dem Oberschenkel, allerdings mit zwei Esslöffeln, was die Zuschauer begeisterte. Die Blechbläser flitzten während ihrer Auftritte hin und her, um sich bei Instrumentenengpässen gegenseitig zu unterstützen, beliebte Lieder selbst mitzuspielen – auch bei anderen Vereinen – oder um mit alten Bekannten anzustoßen.

Das zweite Highlight war der Auftritt der Brass Brothers. Acht junge Männer in apfelgrünen T-Shirts stellten sich mitten in die Menge, die sich pro gespieltem Stück vergrößerte und immer lauter klatschte. Sieben Blechbläser und ein Schlagzeuger waren genug, um Jung und Alt zu begeistern. Es wurde sogar getanzt. „Wir gehörten alle irgendwie zum Musikbund“, stellte Niklas Steinwachs die Truppe vor. Auf die Frage, welche Art Musik sie spielen, kommentiert trocken: „Das Genre wissen wir selbst nicht so richtig. Wir spielen von allem etwas und davon nur das Beste.“ Fest steht, LaBrassBanda sind ihr Vorbild. Sie covern wie sie oder schreiben eigene Arrangements von bekannten Popliedern. Konstantin Mihm beschreibt seine Motivation bei dem Projekt: „Es macht einfach nur Spaß.“ Und das zeigten sie deutlich. Was zu ihrem Glück noch fehle, sei ein singendes Mitglied.

Auf jeden Fall bewiesen die Brass Brothers und die anderen jungen Musiker, dass Blasmusik nicht nur etwas für ältere Generationen ist.

Von Verena Storch

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