Haunetaler CDU kündigt Fraktionsbündnis mit den Freien Wählern endgültig auf

Die Trennung ist jetzt offiziell

Christian Streck

Haunetal. Mit einem Schreiben an die Gemeindeverwaltung hat die CDU Haunetal am vergangenen Freitag offiziell die Fraktionsgemeinschaft mit der FWG aufgekündigt. Die Gründe für die Trennung seien vielschichtig, der Partner letzten Endes unhaltbar gewesen, so die Christdemokraten.

Insbesondere das Verhalten der Ersten Beigeordneten, Almuth von Campenhausen, stieß der CDU sauer auf. Bereits im Sommer 2011 habe ihr Fehlverhalten im Rücktritt des Arbeitskreises Dorferneuerung Rhina gegipfelt. Um in der Folge Schönwetter zu machen, habe die Erste Beigeordnete ohne vorherige Abstimmung mit den gemeindlichen Gremien und der Fraktion Verhandlungen mit einem neuen Architekten aufgenommen. „Hierbei ging es nicht darum, Einsparpotenziale zu heben, sondern schlicht um persönliche Profilierung. Das Ergebnis ist bekannt“, kritisiert der Vorsitzende des Haupt- und Finanzausschusses Christian Streck.

Ewige Belastungsprobe

Zur Belastungsprobe sei auch die Frage geworden, ob von Campenhausen bzw. ihr Ehemann ordnungsgemäß ihrer Beitragspflicht in Sachen Entwässerungsbeiträge nachgekommen seien. Ein Akteneinsichtsausschuss sowie ein Antrag auf kostenpflichtige Prüfung des Sachverhalts durch das Rechnungsprüfungsamt seien die Folge gewesen. Kaum eine Gemeindevertretersitzung sei vergangen, ohne dass die Causa Campenhausen auf der Tagesordnung gestanden habe.

Auch die von der Ersten Beigeordneten erzeugte Außenwirkung bei ihren öffentlichen Auftritten sei für die Haunetaler CDU ein Dorn im Auge. „Von Campenhausen muss doch merken, dass die große Mehrheit der Haunetaler sie in dieser Position nicht für voll nimmt“, so Streck, der zugibt, dass sich ihre damalige Wahl als Fehler herausgestellt habe.

Zuletzt habe sich zudem der Verdacht erhärtet, dass vertrauliche Informationen aus dem Gemeindevorstand unverblümt an Dritte, insbesondere Vertreter der Interessengemeinschaft „Entwässerungswillkür“ (IEH), weitergereicht worden seien. Dass ausgerechnet die FWG in ihrer jüngsten Pressemitteilung kokettiere, sie sei „unabhängig, frei und niemandem gegenüber verpflichtet“, ist aus Sicht der CDU nicht nachzuvollziehen. Erst kürzlich habe der FWG-Beigeordnete und IEH-Mitglied Jens Franzkowiak ohne Wissen der Fraktion einen Antrag in den Gemeindevorstand eingebracht, der vorgesehen habe, die Ortschaften Meisenbach, Müsenbach, Mauers, Odensachsen und Hermannspiegel unverzüglich mit einem sogenannten Ergänzungsbeitrag nachzuveranlagen. „Das ist mit uns nicht zu machen. Wir distanzieren uns ganz deutlich und haben unsere Konsequenzen gezogen“, erklärt Streck. (red/rey)

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