Seit sieben Jahren restauriert Familie Schmitt ein Fachwerkhaus aus 1860 in Bodes

Den Traum verwirklichen

In die Scheune wünscht sich Stephanie Schmitt eine Werkstatt. Bis es soweit ist, wird sie für Feiern genutzt. Foto: Schiller

Bodes. „Mein Mann und ich hatten schon immer den Traum, ein denkmalgeschütztes Haus zu besitzen und zu restaurieren“, erklärt Stephanie Schmitt. Im Dezember 2005 kauften die Restauratorin und ihr Mann Tobias Schmitt, ein Architekt, ein Haus in Bodes. Lange haben sie nach etwas Passenden gesucht, waren aber nie völlig überzeugt. Als sie damals ihre jetzige Behausung sahen, haben sie sofort zugesagt. „Es hat eben einfach gepasst“, erzählt Stephanie Schmitt.

Alles muss raus

Das 200 Quadratmeter große Haus wurde 1860 gebaut und steht auf einem 2050 Quadratmeter großem Grundstück. Als die Hauptarbeiten 2006 begannen, standen noch alte Möbel und sogar die Einmachgläser der Vorgänger in den Räumen. Alles, was an und in einem Fachwerkhaus nichts zu suchen hatte, wie Wandverkleidungen und Tapeten, musste raus. Eine Heizung in Form von Elektrospeicher- und Holzöfen, sowie Wasser und Elektrik war vorhanden, doch alles wurde rückgebaut und erneuert. Heute heizen die Schmitts mit Erdwärme.

Das Gebäude wurde während der Bauarbeiten immer auf Schäden untersucht und das Fachwerk von einem Holzgutachter geprüft. Ständig stand Familie Schmitt, die eigentlich aus Fulda stammt, mit der Denkmalpflege in Verbindung. Die Gefache zwischen den Holzbalken wurden ausgebaut, damit die Balken mit mindestens 60 Jahre alter Eiche repariert werden konnte. Ein paar antike Stücke wurden behalten, wie ein Ofen, ein Sofa, Schränke und teilweise Türen. Ende 2006 zogen die Schmitts in das Haus ein.

Damals standen nur das Wohnzimmer, eine Toilette, ein Waschbecken, sowie Spüle und Herd in der Küche provisorisch zur Verfügung. Duschen mussten sie bei den Eltern. Als nächstes wurden Küche und Bad denkmalgerecht saniert. Das gesamte Haus wurde gedämmt, damit es die vorgeschriebenen Energiewerte erfüllt. Heute hat es acht Zimmer auf zwei Etagen, einen Keller, einen Dachboden und einen großen Garten.

Dach neu gedeckt

Zudem ziert das Grundstück eine alte Scheune die ebenfalls restauriert wird. „Hier haben wir aber nur das Notwendigste gemacht, wie das Dach neu gedeckt“, erklärt Stephanie Schmitt. Die Scheune wird hauptsächlich zum Feiern genutzt. Irgendwann möchte die 36-jährige eine Werkstatt darin einrichten. Gerade ist die äußere Fassade des Hauses fertig geworden. Sockel, Fenster, Fußleisten und andere Kleinigkeiten sind noch in Arbeit. „Scheune und Garten sind nochmal eine Baustelle für sich“, seufzt Stephanie Schmitt.

Bis jetzt hat die Restauration des Hauses an die 200 000 Euro und viele Jahre Arbeit geschluckt. Vieles davon haben Stephanie Schmitt und ihr Mann in Eigenleistung erledigt.

Am Sonntag, 9. September ist „Tag des offenen Denkmals“. Dann öffnet auch Familie Schmitt von 13 bis 15 Uhr ihre Türen und zeigt, wie es sich im Denkmal lebt.

Von Jana Schiller

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