Gedenken an Opfer der NS-Zeit auch im Eiterfelder Ortsteil

Stolpersteine für Buchenau

buchenau. In Buchenau werden am Pfingstmontag, 28. Mai, so genannte Stolpersteine verlegt. Stolpersteine sind ein Kunstprojekt des Künstlers Gunter Demnig. Die gravierten Messingplatten werden zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus’ auf Gehwegen eingebaut.

Das Projekt Stolpersteine hat bisher in rund 750 Orten etwa 32 000 Steine verlegt. In Buchenau soll damit die Erinnerung an die Diskriminierung, Verschleppung und Ermordung von fünf unschuldigen Mitbürgern erhalten bleiben. Am Pfingstmontag um 18 Uhr werden die fünf Steine in der Hermann-Lietz-Straße 3 vor dem Haus der Opfer verlegt. Zuvor ist um 16 Uhr ein Treffen zu Kaffee und Kuchen an der Linde am Lindenrain oder bei schlechtem Wetter im Schloss geplant.

Das älteste bekannte Grab eines Buchenauer Juden ist von 1699. Nach statistischen Erhebungen gab es 1830 18 jüdische Haushalte mit 67 Personen, 1843 ist von einer Reparatur an der Synagoge in Buchenau die Rede. 1939 wohnten noch die Geschwister Rosenstock in Buchenau, ältere alleinstehende Leute, die eine kleine Gastwirtschaft mit Metzgerei führten. Fünf von ihnen lebten dort, bis sie am 5. September 1942 mit dem Zug vom Eiterfelder Bahnhof über Kassel nach Theresienstadt und andere Lager verschleppt wurden. Alle kamen ums Leben. 2012 jährt sich die Verschleppung zum 70. Mal.

Das Vorhaben kann mit Spenden auf das Konto des Ortsbeirates Buchenau unterstützt werden. Falls ein Spenden-Überschuss entsteht, wird er vom Ortsbeirat für Buchenau verwendet (Kontonummer 332 006 103, Bankleitzahl 532 620 73, Verwendungszweck: Stolpersteine, Raiffeisenbank Haunetal eG). (red/nm)

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