Haunetaler Gemeindevertreter diskutieren über Anlagen in Wehrdaer Privatwald

Startschuss für Windkraft

Kruspis. Während die ersten Tagesordnungspunkte schnell abgearbeitet worden waren, hatten die Haunetaler Gemeindevertreter bei ihrer Sitzung am Dienstag im Dorfgemeinschaftshaus Kruspis vor allem in Sachen Windkraft Diskussionsbedarf. Die CDU/FWG-Fraktion stieß sich außerdem an einem Antrag der SPD-Kollegen zur Lärmminderung von Eisenbahnverkehr.

Unter dem Titel „Beratung und Beschlussfassung über die fünfte Änderung des Flächennutzungsplans der Marktgemeinde Haunetal“ als Tagesordnungspunkt fünf befasste sich die Gemeindevertretung mit der baurechtlichen Voraussetzung für die Aufstellung von Windkraftanlagen im Ortsteil Wehrda. Die Gemeinde möchte im Südwesten an der A 7 einen Windpark im Privatwald fördern, der von der Juwi Holding AG betrieben werden soll (HZ berichtete), von der auch ein Vertreter bei der Sitzung anwesend war. Vorgesehen sind sechs Windräder mit einer Gesamthöhe von jeweils 185 Metern.

Noch Klärungsbedarf

Für Frank Wiegand von der SPD-Fraktion gab es noch einige offene Fragen zu klären, etwa zur gesamten Größe der zu rodenden Fläche und zur Kostenübernahme für das sogenannte Monitoring, das mögliche Beeinträchtigungen für Zugvögel aufdecken soll. Auch über eventuelle Fledermausnester gibt es noch Klärungsbedarf. Klaus Billing (FWG) vermisste im Sinne des Wehrdaer Ortsbeirats konkrete Aussagen zu den finanziellen Vorteilen, die die Gemeinde und explizit Wehrda von der Windkraft habe. Ähnliche äußerte sich Christian Streck (CDU), der nicht zu euphorisch an die Sache rangehen wolle, ein solches Projekt aber als Baustein für die Haushaltskonsolidierung ansieht.

Die SPD sprach sich mit großer Mehrheit für die Windkraft in Wehrda aus, Gerhard Kauffunger war der Meinung, dass „viele Leitungen quer durch Deutschland“ optisch auch nicht besser seien.

Mit einer Enthaltung und dem Rest Ja-Stimmen stimmten die Gemeindevertreter der Aufstellung der Änderung des Flächennutzungsplans schließlich zu – mit dem Zusatz, die Monitoring-Ergebnisse für alle Interessierten transparent zu machen.

Bürgermeister Stefan Euler hatte zuvor noch einmal betont, dass damit zwar der Startschuss für weitere Planungen gegeben sei, es sich aber eben noch nicht um eine Feststellung des Flächennutzungsplans handele. Es folgen Anhörungen der Bürger, Einwände können vorgetragen werden. Die Baugenehmigung liegt letzlich beim Regierungspräsidenten.

Ein weiteres Thema war der Schutz vor Bahnlärm und ein entsprechender Antrag der SPD, die eine Umsetzung noch 2013 wünschte (siehe unten).

Von Nadine Maaz

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