Haunetals Vertreter bringen neue Abwassergebühr voran

Splitten, aber wie?

Haunetal. Die gesplittete Abwassergebühr in Haunetal rückt näher, wenngleich das „Wie“ und „Wann“ erstmal noch offen bleiben.

Als „Kick-off“ bezeichnete Bürgermeister Stefan Euler in der Gemeindevertretersitzung am Dienstagabend im Bürgerhaus Neukirchen die mehrheitliche Zustimmung der Gemeindevertreter zur Festlegung von Faktoren für die Berechnung der Gebühren für Niederschlagswasser nach dem Muster des Hessischen Städte- und Gemeindebundes, wie sie in die neu zu beschließende Entwässerungssatzung aufgenommen werden sollen.

Mit der Gebührenkalkulation und Ortsbegehungen ist bereits die externe Firma KommunalConsult Becker aus Wettenberg beauftragt worden (HZ berichtete). Deren Vertreter Norbert Leistner hatte vor der Sitzung auch noch einmal über die gesplittete Abwassergebühr informiert.

Bürgermeister Euler betonte am Dienstag noch einmal, dass die Gemeinde zur Einführung der gesplitteten Gebühr verpflichtet sei, er sehe aber auch ein, dass „viel Diskussionsbedarf“ bestehe und erklärte, dass zumindest einzelne Bürger schwer belastet würden. Generell gilt wohl: Wo einer entlastet wird, wird ein anderer belastet.

„Kommen nicht dran vorbei“

„Es geht nicht mehr darum, ob wir das Splitting wollen oder nicht, sondern darum, wie wir es wollen. Wir kommen am Splitting nicht vorbei“, sagte Klaus Billing (FWG). Diese Ansicht vertrat auch Gerhard Kauffunger (SPD), wenngleich die negativen Auswirkungen für den ländlichen Raum nicht bestritten werden könnten. Denn es ging natürlich auch um die Frage, ob das Gebührensplitting im ländlichen Raum gerecht ist oder nicht. „Kategorisch gegen die Einführung der gesplitteten Abwassergebühren“ ist Christian Streck (CDU). „Das ist der Sargnagel für die Entwicklung im ländlichen Raum“, meinte er. Das Gebührensplitting sei auf Städte mit vielen Gewerbeflächen ausgelegt: „Wir haben hier kaum Industrie, aber viele Gehöfte. Die älteren Hofbesitzer und die Landwirte sind die Verlierer.“

Mit großer Mehrheit bereiteten die Gemeindevertreter bei drei Nein-Stimmen und einer Enthaltung letztlich den Weg für die Einführung der gesplitteten Gebühr. Das „Wann“ und „Wie“ (zwei- oder dreifach gesplittet?) ist zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch nicht geklärt.

Eine Bürgerversammlung zum Thema findet dann am Dienstag, 16. Oktober, ab 20 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Odensachsen statt.

Von Nadine Maaz

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