Haunetals Bürgermeister Stefan Euler hat den Haushalt für 2013 eingebracht

Sparen für die Zukunft

Bürgermeister Stefan Euler warnt: „Können keine großen Sprünge machen.“ Foto: Maaz/Ar

Haunetal. Große Sprünge werden nicht drin sein, doch der Lichtkegel am Ende des Tunnels ist größer geworden. Dies teilte Haunetals Bürgermeister Stefan Euler den Gemeindevertretern am Dienstagabend bei der Einbringung des Haushalts für 2013 mit Blick auf seine erste Haushaltsrede im Februar für 2012 mit.

Entscheidendes Zahlenwerk

Der Haushaltsentwurf ist „ein Zahlenwerk, das über die Zukunft der Gemeinde entscheidet“, betonte Euler dessen Bedeutung. Und eines sei eindeutig: Die Gemeinde muss sparen. Sie steht weiter unter Beobachtung der Kommunalaufsicht und stecke wie viele andere Kommunen in der Zwickmühle. Einerseits steigen die Pflichtausgaben, andererseits wachsen die Einnahmen nicht mit. Vor allem die ländlichen Kommunen seien von diesem Dilemma betroffen. „Immer größere Löcher galt und gilt es zu schließen“, sagte Euler. „Das klingt nach sparen, bedeutet aber, sich zu verschulden“, warnte er vor einer Schuldenspirale und rief alle Gemeindevertreter auf, in Zukunft stärker zwischen Notwendigem und Wünschenswertem zu unterscheiden.

Es gab aber auch positives zu vermelden. So stehen trotz aller Sparbemühungen im kommenden Jahr einige Projekte an, die laut Euler der „Lebensqualität dienen“. Eine Million Euro will die Gemeinde in den nächsten beiden Jahren in die Wasserversorgung investieren, die Kinderbetreuung soll ausgebaut werden und in Rhina stehen der Umbau des Dorfgemeinschaftshauses und der Neubau des Feuerwehrgerätehauses an.

Die Konjunktur habe 2012 angezogen, die Einnahmen aus Gewerbesteuern seien gestiegen. Wenngleich Haunetal in diesem Bereich natürlich nicht das Niveau anderer Kommunen im Kreis habe. Eine Erhöhung der Grundsteuern und der Gewerbesteuer ist laut Euler nicht geplant.

Defizit: 475 686 Euro

Das Haushalts-Defizit wird bei insgesamt 475 686 Euro liegen, das sind 50 000 Euro weniger als in 2012.

Der viele Seiten dicke Haushaltsentwurf zeigt übrigens auch die Entwicklung der Einwohnerzahl: Während die Gemeinde Ende 2009 noch 3 348 Einwohner stark war, waren es Mitte vergangenen Jahres 3 265.

Die Haunetaler Gemeindevertreter haben nun die Aufgabe, das umfassende Zahlenwerk genau zu prüfen, bevor der Haushalt dann im neuen Jahr beraten und beschlossen wird. Zu ihrer nächsten Sitzung treffen sich die Gemeindevertreter am 26. Februar in Wehrda.

CDU-Vertreter Christian Streck bedankte sich für die ungewohnt pünktliche Einbringung des Haushalts. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank Neuber vermisste eine konkrete Auflistung der Kassenkredite. Für 2013 ist eine Kreditaufnahme von einer Million Euro geplant.

Den Bürgern will Euler den Haushalt in einer Infoveranstaltung im Januar erläutern. In einer Art Bürger-Workshop sollen dann auch Vorschläge gesammelt werden, wie die Konsolidierung des Haushalts gelingen kann. Texte links

Von Nadine Maaz

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