Infomarkt Windenergie in Haunetal zeigte, dass sich Begeisterung in Grenzen hält

Sorgen wegen Windkraft

Bürgerinformationsveranstaltung Windkraft in Neukirchen. Das Bild zeigt Susanne Linnenweber vom Regierungspräsidium Kassel, die die Erstellung des Regionalplans erläutert. Foto: Jeuthner

Neukirchen. Zu einem „Infomarkt Windenergie“ hatten die Marktgemeinde Haunetal und das Landesprogramm „Bürgerforum Energieland Hessen“ eingeladen. Interessierten Bürgern wurde hier die Gelegenheit geboten, sich anhand diverser Präsentationen über die aktuell ausgewiesenen Vorranggebiete, naturschutzfachliche Regelungen und das Genehmigungsverfahren für Windenergieanlagen zu informieren.

Wie es einmal im und um das Haunetal herum aussehen könnte, wurde mit einer optischen Darstellung zukünftiger Anlagen aufgezeigt. Experten erläuterten den Prozess und Ablauf von Plan- und Genehmigungsverfahren und Energieunternehmen präsentierten ihre Produkte.

Bürgerinitiativen nicht da

Bürgermeister Gerd Lang war erstaunt über die große Bürgerbeteiligung. Damit hatte er nicht gerechnet. Allerdings sei zu bedauern, dass die Windkraftgegner bzw. die ausgewiesenen Bürgerinitiativen, die man extra eingeladen habe, nicht als solche erschienen seien, obwohl man angeboten habe, sie zu unterstützen, ihnen einen Stand zur Verfügung zu stellen und mit den entsprechenden Unterlagen zu versorgen.

Lang betonte, dass er diese Veranstaltung nicht als Pro-Windkraft-Veranstaltung verstanden wissen wolle. Sein Ziel sei es gewesen, allen Interessengemeinschaften die Möglichkeit zu geben, hier ihre Meinung zu vertreten. Zu überlegen sei allerdings, ob man nicht auch davon profitieren solle, wenn nun schon rundherum alles mit solchen Anlagen zugebaut werden soll.

Dabei waren die Gegner dieser Energieanlagen durchaus vertreten und machten ihrem Unmut energisch Luft. Ob denn hier Menschen zweiter Klasse lebten, war da zu hören, schließlich müsse man zum Beispiel in Bayern wesentlich größere Abstände als in Hessen zwischen solchen Anlagen und Wohngebieten einhalten. Anneliese und Helmut Fischer aus Oberstoppel ärgern sich wie viele andere als direkt Beteiligte darüber, dass „auch falsch fotografiert“ wird. Auf den vorgelegten Fotografien sehe alles anders aus als in Wirklichkeit. „Wir haben auf jeden Fall Einspruch eingelegt, auch wegen der Mopsfledermaus, die es bei uns gibt.“

Noch mehr Beton im Wald

Sorgen bereitet nicht nur Helmut Fischer auch der Rückbau vorhandener kleinerer Anlagen, die den großen weichen sollen. „Die neuen kommen ja nicht an dieselbe Stelle. Und was wird dann aus den vielen Tonnen Beton, die da bleiben, selbst wenn die Räder abgebaut sind? Bleiben die in der Erde, oder werden die ausgebuddelt? Und für die neuen Windräder müssen wieder große Waldflächen weichen, und dann kommt wieder Beton…“ Sie seien auf jeden Fall gespannt darauf, ob sie mit ihrem Einspruch – und dem der vielen anderen Windkraftgegner – etwas erreichen.

Von Elfriede Jeuthner

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