VR-Bank wirbt weiter um Raiffeisenbank Haunetal

Sorgen wegen Fusion mit Hünfeld

Hartmut Apel (links) und Thomas Balk vom Vorstand der VR-Bank möchten gern erneut mit den Kollegen im Haunetal verhandeln.

Bad Hersfeld/Haunetal. Mit großer Sorge beobachtet der Vorstand der VR-Bank Hersfeld-Rotenburg die Fusionspläne der Raiffeisenbank Haunetal, die mit der VR-Bank Nord-Rhön verschmelzen will (wir berichteten mehrfach). Die Hersfelder VR-Banker bedauern es, dass sie nicht ausreichend Gelegenheit hatten, sich selbst als möglichen Kooperationspartner zu präsentieren.

Die Raiffeisenbank Haunetal hatte erklärt, sie habe sich für den finanzstärkeren der beiden potenziellen Partner entschieden und dafür vor allem die höhere Bilanzsumme der VR-Bank Nord-Rhön angeführt. Eben dieses Kriterium bezweifeln die Hersfelder-VR-Banker und verweisen auf andere wirtschaftliche Indikatoren. Dazu gehörten etwa das betreute Kundenvolumen oder das Eigenkapital.

„Wir halten es für einen Fehler, den Schritt in den Nachbarlandkreis zu tun“, erneuerte VR-Vorstand Thomas Balk seine Kritik an der Hauentaler Absicht, der freilich noch die Mitglieder der Bank zustimmen müssen, was im Juni erfolgen soll. Die meisten Kunden seien ohnehin in Richtung Bad Hersfeld orientiert. Zudem würden auch alle Geschäfte künftig im Kreis Fulda gebucht, wodurch die Erträge in Hünfeld anfielen und die Ertragssteuern ebenfalls in den Nachbarkreis fließen würden. Auch Auftragsvergaben würden dann vermutlich eher in den Kreis Fulda gehen. „Uns geht es darum, eine starke genossenschaftliche Regionalbank im Kreis Hersfeld-Rotenburg zu erhalten“, erklärt Thoma Balk. Angesichts der wirtschaftlichen Zwänge, unter denen immer mehr kleine Kreditinstitute stehen, wäre daher eine Konzentration im Kreis Hersfeld bei notwendigen Fusionen anzustreben.

Neue Filiale für Unterhaun

Zudem verspricht die VR-Bank Hersfeld-Rotenburg bei einer Fusion mit Haunetal Investitionen in die Region. So könnte etwa in Unterhaun eine neue Filiale gebaut werden, in die dann auch die VR-Immobilien und Service GmbH einziehen könnte, die jetzt schon aus allen Nähten platzt. Balk und Apel sehen viele gute Gründe, die Fusionsentscheidung noch einmal zu überdenken. „Wir möchten gern für Hersfeld werben und hoffen, mit den Kollegen im Haunetal erneut ins Gespräch zu kommen“, sagt Balk. (kai)

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