Fotovoltaik-Anlagen auf gemeindeeigenen Gebäuden könnten 55 Haushalte versorgen

Sonnenstrom für Haunetal

Die zwölf von der Kirchner Solar Group betriebenen Fotovoltaikanlagen auf Dächern der Gemeinde Haunetal sind inzwischen alle am Netz. Der Beigeordnete Wolfgang Schmitt, Frank Schott von Bauamt, Theresa Schneider vom Ordnungsamt und Oliver Steinbach als Projektleiter von Kirchner (von links) stehen vor der Anlage auf dem Dach des Feuerwehrgerätehauses und der Rettungswache (im Hintergrund) in Neukirchen. Foto: Maaz

Haunetal. Mit der Fotovoltaikanlage auf dem Dorfgemeinschaftshaus (DGH) in Rhina ist inzwischen auch die letzte von vorerst zwölf Anlagen ans Netz gegangen, die die Kirchner Solar Group auf gemeindeeigenen Gebäuden hat installieren lassen.

Zusammen erzeugen die Anlagen laut Oliver Steinbach von der Kirchner Solar Group circa 250000 Kilowattstunden Strom pro Jahr. Damit könnten rein rechnerisch etwa 55 Haushalte versorgt werden, wenn diese wie im Durchschnitt angenommen rund 4500 Kilowattstunden pro Jahr verbrauchen.

Kirchner Solar ist Betreiber

Erste Pläne für die Anlagen hatte es schon vor etwa vier Jahren gegeben, im Juni 2013 stimmten die Haunetaler Gemeindevertreter dem Vorhaben zu. Die Kommune verpachtet die Dachflächen, Betreiber ist (noch) Kirchner.

Dabei hätten die Haunetaler Bürger auch direkt etwas von dem Sonnenstrom. „Der Strom, der hier erzeugt wird, wird auch in Haunetal verbraucht“, weist Projektleiter Steinbach auf die technischen Gegebenheiten hin. Die erste Anlage war im Dezember 2013 auf dem DGH in Oberstoppel installiert worden und im Januar ans Netz gegangen (die HZ berichtete). Die Anlage in Rhina ist Ende Juli in Betrieb genommen worden.

Auch auf dem Sportlerheim in Neukirchen, dem DGH Stärklos, der Viehwaage in Meisenbach, der Gemeindeverwaltung in Neukirchen und dem angrenzenden Feuerwehrhaus mit Rettungswache, dem DGH Holzheim, dem DGH Wetzlos, dem Sportlerheim Wehrda, dem DGH mit Feuerwehrhaus in Wehrda sowie dem Gefrierhaus in Oberstoppel wird Strom erzeugt. Insgesamt sind circa 1070 Module mit einer Fläche von rund 2300 Quadratmetern installiert worden.

Kläranlagen werden geprüft

Noch in der Prüfung sind aktuell das DGH und das Feuerwehrhaus in Kruspis. Zudem sollen alle Kläranlagen der Gemeinde geprüft werden. Dort könnten laut Solar Kirchner Photovoltaikanlagen für die Eigenstromerzeugung genutzt werden, was bei einem Eigenerzeugungspreis von zehn Cent und einem Bezugspreis von 24 bis 25 Cent durchaus Sparpotential berge. Sichergestellt werden müsse laut dem Beigeordneten Wolfgang Schmitt aber auch noch, ob die Kommune als Betreiber einer Fotovoltaikanlage überhaupt tätig werden dürfe. Für die bestehenden Anlagen soll nun nach möglichen Betreibern gesucht werden. Dafür sollen zunächst gezielt die Haunetaler Vereine angesprochen werden, kündigt Schmitt an. Vielleicht interessiere sich die Feuerwehr für die Anlage auf „ihrem“ Dach oder die Landfrauen wollten ihr Backhaus zukünftig für weiteren Sonnenstrom nutzen, nennt Schmitt Beispiele.

Lohnende Rendite

Laut Oliver Steinbach könnten die Anlagen für Vereine wegen der Rendite eine lohnende Investition sein. Zwar seien auch „fremde“ Investoren denkbar, aber vor „dem Zahnarzt aus München“ sollen erstmal die Bürger vor Ort angesprochen werden.

Ob und inwieweit sich die Anlagen rentieren, lässt sich noch nicht eindeutig beurteilen. Die Kirchner Solar Group hat insgesamt 350 000 Euro in Haunetal investiert.

Von Nadine Maaz

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