Ortstermin in Oberhaun: Hessen Mobil will Ortsumgehung Hauneck 2015 fertig haben

Skepsis und Zuversicht

Ortstermin am alten Sportlerheim in Oberhaun, im Hintergrund ist die Haunebrücke als größtes Bauwerk der neuen Ortsumgehung Hauneck zu sehen: Vorne von links Joachim Deja (Vorsitzender SPD-Ortsvereins), Michael Roth (MdB/SPD), Bürgermeister Harald Preßmann und Peter Wöbbeking (zuständiger Planungsdezernent bei Hessen Mobil). Foto: Maaz

Oberhaun. Zu einer Informationsrunde in Sachen Ortsumgehung Hauneck hatte der SPD-Ortsverein unter Vorsitz von Joachim Deja auf das Gelände des ehemaligen Sportlerheims eingeladen, und auch der SPD-Bundestagsabgeordnete Michael Roth war dabei. „Die Skepsis in der Bevölkerung ist groß“, sagte Deja. „Wir wollen heute die Gelegenheit nutzen, um Unklarheiten zu beseitigen und kritische Fragen zu stellen.“

Informationen aus erster Hand lieferte Peter Wöbbeking von Hessen Mobil als zuständiger Planungsdezernent, der fest davon ausgeht, dass die insgesamt rund 30 Millionen Euro teure Ortsumgehung 2015 fertiggestellt sein wird und dem Verkehr übergeben werden kann. Wobei es bei einem Projekt dieser Größenordnung natürlich immer Schwierigkeiten geben könne, die den Zeitplan gefährden. Die Ortsumgehung mit insgesamt neun Bauwerken sei eine aufwändige Geschichte, die zudem die Zusammenarbeit zwischen Land und Bund erforderlich mache.

Verhandlungen über Flächen

Einige Arbeiten würden abgesehen davon nicht sichtbar erfolgen. So werden aktuell beispielsweise noch Grunderwerbsverhandlungen mit Grundstückbesitzern geführt, deren Flächen benötigt würden, um die Baustellen zu erreichen. Für die zweite Haunebrücke kurz vor Sieglos läuft ein wasserrechtliches Verfahren. Das wesentliche Baugeschehen dort ist laut Wöbbeking für 2013 und 2014 vorgesehen.

Neben Bürgermeister Harald Preßmann und Mitgliedern des Ortsvereins waren auch Vertreter der Gemeindevertretung und des Gemeindevorstands zu dem Termin gekommen.

Für Michael Roth, der die Ortsumgehung von Anfang an mit begleitet hat, ist die Haunecker Ortsumgehung ein „historisches Projekt“, da es das einzige Projekt während seiner 15-jährigen parlamentarischen Tätigkeit sei, das nun tatsächlich gebaut wird.

Joachim Deja hatte zuvor noch einmal auf die lange Geschichte der Ortsumgehung verwiesen: Schon 1956/1957 habe es einen Antrag auf Verlegung der B27 gegeben; die Trassenabsteckungen in den folgenden Jahren hätten damals sogar Freundschaften zerstört.

Ende der 70er- oder Anfang der 80er-Jahre sei dann das Linienbestimmungsverfahren, von 1992 bis 1996 das Raumordnungsverfahren und von 2000 bis 2006 das Planfeststellungsverfahren durchgeführt worden. Am 14. September 2009 erfolgte dann schließlich der erste Spatenstich.

Skeptisch sind viele die Haunecker vor allem angesichts des Zeitplans, auch über wucherndes Unkraut und die Verlegung des Sportplatzes herrsche Unmut. Zum Entschädigungsverfahren in dieser Sache wollte sich Wöbbeking bei dem Termin aber nicht äußern.

Michael Roth betonte, dass er die Unannehmlichkeiten sehr ernst nehme, er wies aber auch drauf hin: „Diese Probleme hätten andere Gemeinden gerne“, nämlich die, die noch auf eine Ortsumgehung warten. Für den Herbst hat Bürgermeister Preßmann eine Infoveranstaltung angeregt.

Von Nadine Maaz

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