Neues Stück der Theatergruppe Großentaft greift ein brisantes Thema vergnüglich auf

Skandal im Landhandel

Auf der Bühne: Tobias Schäfer, Eva-Maria Gensler, Diana Sauerbier, Bernd Krieg, Anna-Lena Kommer, Denise Kommer, Christian Josef Wuscher, Philipp Krieg und Heiko Höll. Foto: Desoi

Eiterfeld. Von wegen sorgfältiger Umgang mit Pflanzenschutzmitteln. Es ist mehr als ein Skandal, wenn hochgiftige Substanzen in das Fass mit der Aufschrift „Gärhilfe“ gekippt und in die Originalflasche mit dem „Gift“-Totenkopf darauf Apfelsaft gefüllt wird. Das ist kriminell, kein Kavaliersdelikt – aber Stoff für großes Theater.

So geht es zu, wenn der korrupte Geschäftsführer Hubert im Landhandel sein Unwesen treibt. Über schwarze Kanäle bezieht Hubert hochgiftige Pflanzenschutzmittel, die schon längst gesetzlich verboten sind. Der junge Lagerhausverwalter Peter ist Hubert auf die Schliche gekommen und weigert sich, die giftigen Spritzmittel zu verkaufen. Er weiß sich nicht anders zu helfen: Er füllt die Giftsubstanzen in den Bauch der großen Wiesenwalze und füllt die Original-Giftflaschen wieder mit Apfel- und Traubensaft auf.

Susi, die Landhandelssekreterin, ist ihm dabei behilflich. Emil, August und Fritz, die Großbauern des Ortes, haben den Schwindel noch nicht bemerkt und spritzen fleißig die Fruchtsäfte auf die Felder.

Der Regisseur Bernd Krieg hat sich mit dem „Wiesenwalzen“ ein hoch aktuelles und in den regionalen Alltag passendes Volksstück herausgesucht. Die neun Schauspieler machen ihre Sache sehr gut und die Zuschauer dürfen sich auf einen witzigen und amüsanten Abend freuen.

Die Theatergruppe feiert mit dieser Aufführung ihr 20-jähriges Bestehen. Die ältere Generation erinnert sich noch gut an die Gründungszeiten. Geprobt wurde damals noch im Pfarrheim und in der Grundschule. Die ersten Auftritte fanden in der Gastwirtschaft „Zur Linde“ von Nophuts statt. Seit Fertigstellung des DGHs in Großentaft im Jahr 1995 gibt es endlich eine Bühne und einen Raum, in dem einige Requisiten untergebracht werden können. 2002 gründete sich das Kinder- und Jugendtheater.

Von Anfang an dabei ist Bernd Krieg. Auch Marc Ide gehört zu den „alten Hasen“ und hat dieses Jahr eine Hauptrolle übernommen. Die Gruppe macht ihre Sache hervorragend. Wer ertragen kann, dass es in einem Landhandel zugeht wie bei Hempels unterm Sofa, wer mal ordentlich lachen will, ist in dem Stück gut aufgehoben.

Service Rechts

Von Christa Desoi

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