Eiterfelder Gemeindevertreter kritisieren große Werbeplakate – Satzung beschlossen

Schluss mit riesigen Tafeln

Plakattafeln wie diese in Eiterfeld beeinträchtigen das Ortsbild, finden die Eiterfelder Gemeindevertreter. Foto: Becker

Eiterfeld. Schluss mit blinkenden Werbeschildern und riesigen Anzeigentafeln in Eiterfeld: In ihrer jüngsten Sitzung haben die Gemeindevertreter ausnahmslos einer Satzung zugestimmt, die das Aufstellen von Werbeplakaten regelt. Diese gilt ab sofort.

Sie stehen in Vorgärten, häufig an den Hauptverkehrsstraßen und weisen auf alle möglichen Angebote von Unternehmen hin. „Sie verschandeln unser Ortsbild“, sagt Theodor Kohlmann von der FWG-Fraktion über die Werbetafeln in der Marktgemeinde. Mit dieser Meinung ist er nicht allein. Einstimmig beschlossen die Eiterfelder eine Satzung, die das Aufstellen von Werbeanlagen im Gemeindegebiet regelt. Bei jedem einzelnen Antrag von Firmen wird ab sofort vom Gemeindevorstand geprüft, ob der Aufsteller der Satzung entspricht.

Diese gibt vor, dass etwa leuchtende Werbeanlagen sowie Tafeln, die an Bäumen, Brücken, Böschungen und Schornsteinen angebracht sind, unzulässig sind. In dem Beschluss heißt es außerdem: Werbeanlagen und Schaukästen müssen in Form und Größe mit dem Umfeld harmonieren. Nicht mehr aufgestellt werden sollen unter anderem freistehende Werbeanlagen über drei Meter Höhe.

„Die Satzung dient allein dem gestalterischen Zweck“, erklärt Hauptamtsleiter Franz Giebel. „Derzeit haben wir beispielsweise drei Anträge zu Werbetafeln vorliegen, die an Stellen errichtet werden sollen, an denen sie das Ortsbild erheblich beeinträchtigen.“ Konkret handelt es sich dabei um zwei Schilder in Eiterfeld und eins in Großentaft. Doch davon ist ein Aufsteller schon allein aus ordnungsbehördlicher Sicht unzulässig. „Denn unabhängig von der Satzung dürfen die Plakate natürlich die Verkehrssicherheit nicht negativ beeinträchtigen“, erklärt Giebel. Alle Schilder, die vor Inkrafttreten der Satzung errichtet wurden, müssen dieser entsprechend jedoch nicht verändert werden.

Das gilt auch für zwei Schilder im benachbarten Nüsttal. Eines davon, das seit April dieses Jahres an der Hauptstraße in Mittelaschenbach steht, weist eine Größe von rund 2,80 mal drei Meter auf, schätzt Bürgermeister Hermann Trabert (CDU). Ein anderes ist an einer Hauswand in Hofaschenbach angebracht. Die beiden Werbeplakate wurden vom Bauamt nach geltendem Recht genehmigt, doch jetzt wollen auch die Nüsttaler eine Grundlage, um solche Anliegen ablehnen zu können.

„Denn ohne Satzung ist es schwierig, so etwas zu verhindern. Solche Plakate an Landesstraßen nehmen mittlerweile überhand.“ Weitere Anträge, etwa an der Landesstraße in Morles, lägen bereits vor – „und es gibt noch weit größere Tafeln als die bereits aufgestellten“, befürchtet Trabert. Die Bevölkerung sei schon jetzt empört, wobei Werbung nicht per se verhindert werden soll. (sam/ste)

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