Fränkisches Theater eröffnete Saison in Eiterfeld mit dem Stück „Flurgeflüster“

Schikane im Mietshaus

Die zwei jungen Nachbarn (Silvia Steger und Christoph Schulenberger) werden zu einem Team. Der Psychothriller gewinnt an Fahrt, als sie einen gemeinsamen Feind entdecken: die Bewohnerin hinter Wohnungstür Nr. 10. Wie können sie die Dame aus der Tür locken? Foto:  Desoi

Eiterfeld. Mit „Flurgeflüster“, dargeboten vom Fränkischen Theater Schloss Maßbach, ist in Eiterfeld die Theatersaison Herbst/Winter eröffnet worden. Am 25. November geht es weiter mit Altmeister Goethe und einem Lustspiel: „Die Mitschuldigen“.

Für Bewohner auf dem Lande war es wohl schwer verdauliche Kost. Der junge Autor Jason Hall, 1978 geboren, lässt sein Drei-Personen-Stück in einem neu errichteten Wohnblock spielen. Das Bühnenbild zeigt einen kalten, grau angestrichenen Flur mit drei Eingangstüren. Genau so kalt ist die Ansprache der jungen, frisch eingezogenen Nachbarn. Er nennt sie Nummer 11 wie die benannte Wohnungstür. Sie nennt ihn Nummer 12 ebenda.

Das Stück beginnt mit dem Austausch von Banalitäten über Fußabtreter, Hausmeister, Briefkasten und Post. Beide werden zu einem Team und das Stück gewinnt an Fahrt, als sie einen gemeinsamen Feind entdecken: Die Bewohnerin hinter Wohnungstür Nummer 10. Von dieser sind nur regelmäßig vor die Tür gestellte, stinkende Müllsäcke zu sehen. Reicht doch, um die Bewohnerin mit Faustschlägen an die Tür, Beschimpfungen und sonstigen Späßchen zu schikanieren. Dumm nur, wenn diese im Rollstuhl sitzt und das Drama mit ihrem Selbstmord endet.

Der Psychothriller wird hervorragend gespielt von Silvia Steger und Christoph Schulenberger. Beide geben dem Stück mit Mimik und Gestik den nötigen Pep, um den heimischen Zuschauer bei Laune zu halten. Das Publikum spendete ihnen viel Applaus und auch dem Hausmeister Jörn Hagen, der wortlos über die Bühne schlurfte und die Müllsäcke entsorgte.

Von Christa Desoi

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