Trotz Abrissgenehmigung tut sich nach dem Brand 2012 in Neukirchen nichts

Ruine bewegt die Gemüter

Die Brandruine kurz hinter dem Ortseingang von Neukirchen ist einigen Haunetalern ein Dorn im Auge. Zwar liegt eine Genehmigung für den Abriss seit längerem vor, getan hat sich allerdings noch nichts. In dem früheren Tanzlokal hatte es im Oktober 2012 gebrannt. Fotos: Maaz

Neukirchen. Erinnerungen an die Jugend wurden bei so manchem Haunetaler und auch bei vielen Menschen aus der Umgebung wach, als im Oktober 2012 das ehemalige Tanzlokal an der Hauptstraße in Neukirchen abbrannte. Dort hatten sie viele vergnügliche Abende verbracht, nicht wenige Paare lernten sich dort beim Tanzen kennen. Anderthalb Jahre ist der Brand nun her, und die Brandruine ist inzwischen für viele Haunetaler nur noch ein Ärgernis.

Die einen stört das Bild, das das zerstörte Haus kurz hinter dem Ortseingang nach Neukirchen abgibt, andere sorgen sich um die Sicherheit. Das weiß auch Frank Schott vom Bauamt. „Es melden sich immer mal wieder Bürger, die Bedenken anmelden“, bestätigt er. Solange die von einem Bauzaun gesicherte, in sich zusammenfallende Ruine aber die Nachbargrundstücke nicht beeinträchtige und keine Gefahr im Verzug sei, gebe es von Seiten der Gemeinde keine Möglichkeit etwas zu unternehmen. Die im Dezember 2012 vom Fachdienst Bauordnung des Landkreises erteilte Genehmigung für den Abriss gilt drei Jahre. „Sollte die Frist ungenutzt verstreichen, wäre diese ungültig und müsste neu beantragt werden“, erklärt Kreispressesprecher Michael Adam.

Der Besitzer der zum Zeitpunkt des Feuers leerstehenden Immobilie, in der zuletzt eine Pizzeria untergebracht war, befindet sich auf Kuba.

Nach dem Stand der Dinge in Sachen Brandruine hatte sich in der jüngsten Gemeindevertretersitzung auch Dr. Hans-Jörg Leister (CDU) erkundigt, der eine entsprechende Anfrage an den Gemeindevorstand stellte.

Nach dem Brand, bei dem rund 100 Einsatzkräfte vor Ort waren und ein Übergreifen der Flammen auf die Nachbarhäuser verhinderten, war Brandstiftung nicht ausgeschlossen worden. Auch der Aufruf der Polizei im April 2013 in Absprache mit der Staatsanwaltschaft und der Versicherung, die eine Belohnung in Höhe von 5000 Euro ausgesetzt hatte, hatte aber keinen entscheidenden Erkenntnisse gebracht. Die Ermittlungen sind inzwischen abgeschlossen.

Hans Schmier wohnt direkt gegenüber der Brandruine. „Das macht keinen schönen Eindruck“, bestätigt er. Stören würde ihn persönlich der Anblick aber nicht. „Ich habe damit kein Problem, das tut mir nicht weh.“ Dass Kinder oder Jugendliche in der Ruine spielen und sich verletzten könnten, glaubt er nicht. „Ich habe da noch keine gesehen“, berichtet Schmier. Er habe vor einigen Wochen mal mit dem Besitzer gesprochen und glaubt: „Da wird dieses Jahr nichts passieren.“

Von Nadine Maaz

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