Haunecks Gemeindevertreter wollen EAM-Anteile erwerben

„Zu 90 Prozent läuft’s“

Hauneck. Auch die Gemeinde Hauneck beteiligt sich an der rekommunalisierten EAM GmbH und Co. KG. Mit zwölf zu vier Stimmen beschlossen die Gemeindevertreter in ihrer Sitzung am Donnerstagabend im Bürgerhaus in Unterhaun, für einen Kaufpreis von 263 Euro einen Gesellschaftsanteil in Höhe von derzeit etwa 1,052 Prozent zu erwerben.

Über die Hintergründe der Beteiligung hatten sich Bürgermeister Harald Preßmann und einige Gemeindevertreter unter anderem bei Informationsveranstaltungen in den vergangenen Wochen informiert. Bei der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses vor der Sitzung der Gemeindevertretung sahen sich die Ausschussmitglieder zwei dicken Stapeln an Unterlagen gegenüber.

„Ein bisschen Risiko ist dabei“, erklärte Preßmann, gab sich aber optimistisch. „Ich sehe zehn Prozent Risiko, zu 90 Prozent läuft das Ding.“ Der Bürgermeister hob in erster Linie den günstigen Zinssatz für das Darlehen über die komplette Laufzeit von 20 Jahren hervor. Auch der Gemeindevorstand habe sich nach intensiven Diskussionen für eine Beteiligung ausgesprochen, berichtete Preßmann.

Risiko, aber auch Chance

„Wir sind uns bewusst, dass die Beteiligung nicht ohne Risiko ist, aber wenn wir nicht teilnehmen, sind wir über die Kreisumlage vielleicht trotzdem dabei, lassen uns aber die Chance auf Erlöse entgehen“, so Klaus Fetten von der FWG.

Mit der Beteiligung an dem regionalen Energieversorger übernimmt die Gemeinde Hauneck für die Finanzierung der Kreditaufnahme eine anteilige Höchstbetrags-Ausfallbürgschaft für Kreditkapital- und Nebenforderungen von bis zu 168 000 Euro gegenüber den finanzierenden Banken sowie eine anteilige Höchtsbetrags-Ausfallbürgschaft für Kreditkapital- und Nebenforderungen von bis zu 1,397 Millionen gegenüber dem Bankenkonsortium, das den Kauf der Aktien an der ehemaligen E.on Mitte AG finanziert hat.

Gegen die Beteiligung sprachen sich bei der Gemeindevertretersitzung die CDU-Fraktion sowie Uwe Lotz von der SPD aus. Lotz sorgte sich zum Beispiel um mögliche, hohe Investitionen etwa in das Leitungssystem, die in Zukunft noch notwendig seien, und den geringer werdenden Stromverbrauch dank sparsamer Geräte. Er war außerdem der Meinung, dass das komplexe Thema für die Ehrenamtlichen kaum zu überblicken sei.

Einstimmig beschlossen wurde eine Resolution gegen die geplante Verlagerung der Kommunalaufsicht von den Landkreisen auf die Regierungspräsidien und für die Rückverlagerung der Kommunalaufsicht von Schutzschirmkommunen auf die Landkreise. Die Gemeindevertretung lehnt diese Pläne ab. Bürgermeister Preßmann erinnerte an die zehn Arbeitsplätze vor Ort und sagte: „Wenn die bestehenden Auflagen erfüllt und kontrolliert werden, gibt es so, wie es ist, keine Probleme.“ (nm)

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