Hünfeld wählt Stefan Schwenk zum neuen Bürgermeister – Wahlbeteiligung 47 Prozent

85 Prozent für CDU-Mann

Hünfelds Bürgermeister Eberhard Fennel (CDU, links) gratuliert seinem gerade mit überwältigender Mehrheit gewählten Nachfolger Stefan Schwenk und dessen Frau Angelika mit einer Flasche Aha-Kräuterlikör. Fotos: Burkhardt

Hünfeld. 85,4 Prozent! Das war dann doch ein bisschen viel. Stefan Schwenk, dem künftigen Bürgermeister von Hünfeld, standen die Tränen der Rührung und Ergriffenheit in den Augen, als Sonntagabend um 18.53 Uhr auf der Leinwand im Rathaussaal das Endergebnis der Hünfelder Bürgermeisterwahl aufleuchtete.

Sekunden zuvor hatte im proppenvollen Saal rhythmisches Klatschen angehoben, das den 52-jährigen Richter und CDU-Mann zu einem triumphalen Sieg trug. Etwas abseits, außerhalb des Scheinwerferlichts, stand in diesem Moment Roland Koch (48).

Der CWE-Kandidat aus Ludwigsau hatte 14,6 Prozent erreicht, was etwas unter dem sonst bei Wahlen üblichen Potential der Wählervereinigung in der Haunestadt liegt. Der Zollbeamte erwies sich als fairer Verlierer und gratulierte dem Sieger als erster.

Dieser bekannte, mit diesem Ergebnis „definitiv nicht gerechnet“ zu haben. Es sei ihm eine „hohe Verpflichtung“. Schwenk versprach, „ein Bürgermeister für alle Hünfelder“ zu sein und alle Bürger in Entscheidungen einzubinden, um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen. Schwenk: „Sie können sicher sein: Ich werde mich ins Zeug legen.“ Er dankte auch seinem Mitbewerber für einen fairen Wahlkampf und dass er angetreten sei. Denn nur so hätten die Wähler eine wirkliche Wahl gehabt. Diesen Aspekt betonten auch viele andere Redner, die ebenso die sehr niedrige Wahlbeteiligung von 47,1 Prozent bedauerten.

Wein gewonnen

Bürgermeister Dr. Eberhard Fennel (CDU), der Ende März 2014 nach 36 Jahren sein Amt an Schwenk übergibt, freute sich riesig über den Erfolg. „Man sieht, der alte Faschingsschlager stimmt: In Hünfeld wohnen kluge Leute.“ Er freute sich auch deshalb, weil er gegen Schwenk sechs Flaschen Wein gewonnen hatte. Fennel hatte noch in der Nacht zuvor gewettet, dass Schwenk mehr als 80 Prozent erreicht.

Hünfelds CDU-Vorsitzende Dr. Friederike Lang sprach von einem Traumergebnis. Sie habe insgeheim mit 70 + x Prozent gerechnet. Sie sagte an Schwenk gewandt: „So wie Du bist, bist Du richtig“ und versprach, die Partei werde ihm immer ein Rückhalt sein.

Glückwünsche überbrachten zudem der CDU-Fraktionsvorsitzende Berthold Quell, Landrat Bernd Woide und CDU-Bezirksvorsitzender Dr. Walter Arnold, der auch Fennel für seine Leistung dankte.

Enttäuscht von der SPD

CWE-Kandidat Roland Koch sprach von einem „eindeutigen Ergebnis“. Ihm sei es nicht gelungen, die Nichtwähler zu erreichen und die Unzufriedenen. Die CDU könne ihre Wähler traditionell besser mobilisieren. Enttäuscht zeigte er sich, dass die SPD zwar erklärt habe, ihn zu unterstützen, aber dafür nichts getan habe. Auf die Frage, ob er sich mit der neu gewonnen Erfahrung vielleicht in seiner Heimatgemeinde Ludwigsau um den Bürgermeisterposten bewerbe, sagte er: „Solche Gedanken habe ich momentan nicht.“ CWE-Chef Hermann Quell bekannte, mehr erwartet zu haben. Immerhin habe man als CWE einen guten Eindruck hinterlassen und einen guten Kandidaten präsentiert, dem viele das Amt zugetraut hätten.

Von Alexander Gies

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