Bürgermeister bringt Haushalt für Hauneck ein

Preßmann nennt bittere Wahrheiten

Harald Preßmann

Hauneck. Nach einem finanziell „eher durchwachsenen“ Jahr wird sich das Defizit der Gemeinde Hauneck von 187 371 Euro im Jahr 2012 auf 597 555 Euro im Jahr 2013 erhöhen. Im Ergebnishaushalt der Gemeinde stehen Aufwendungen von 4 805 869 Euro Erträgen von nur 4 208 315 gegenüber.

Diese Zahlen nannte Bürgermeister Harald Preßmann am Donnerstagabend bei der Einbringung des Haushaltsentwurfs in der Gemeindevertretung. Jeder Bürger in Hauneck stehe künftig mit 1 591 Euro in der Kreide.

Als Grund für diese Entwicklung nannte der Bürgermeister die reduzierten Schlüsselzuweisungen, aber auch den Rückgang der Gewerbesteuer. Trotz größter Spar- und Konsolidierungsanstrengungen sei nun „bei der Belastbarkeit der Bürger eine Grenze erreicht, die fast nicht mehr vertretbar ist“, machte Preßmann deutlich. Er kritisierte, wie seine Bürgermeisterkollegen in den anderen Gemeinden, dass den Kommunen vom Land Aufgaben übertragen werden, die sie finanziell „an den Rand der Handlungsunfähigkeit bringen“. Als Beispiel nannte er die Eigenkontrollverordnung, die Doppik, den Digitalfunk und das Kinderförderungsgesetz.

Dennoch muss und wird die Gemeinde auch im kommenden Haushaltsjahr investieren. Insgesamt hat Preßmann dafür 2 245 00 Euro im Haushalt vorgesehen, 1 562 139 Euro davon kommen aus Zuschüssen und Beiträgen, der Rest müsse finanziert werden. Hauptposten sind beispielsweise die Einführung des Digitalfunks, die mit 56 000 Euro zu Buche schlägt. Aber auch der Neubau des Sportlerheims Hauneck (97 000 Euro), die Sanierung des DGH Eitra (95 000) sowie der Straßen- und Kanalbau an verschiedenen Punkten der Gemeinde machen großen Ausgabeposten aus.

In seiner gut halbstündigen Haushaltsrede machte Preßmann sehr deutlich, dass nicht nur auf die Schutzschirmkommunen noch weitere „Grausamkeiten“ zukommen werden. Er appellierte deshalb an die Gemeindevertreter, den Konsolidierungsprozess fortzuführen. „Wir tragen alle die Verantwortung für unsere Gemeinde“, rief der ihnen zu, „Diese besteht nicht darin, unangenehme Wahrheiten von den Bürgern fernzuhalten.“

Der Haushalt wird in der nächsten Sitzung diskutiert und verabschiedet. (kai)

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