Neues Standardwerk über Gedenkstätte – Autorin Mira Keune: Eine Fundgrube

Point Alpha auf 76 Seiten

Die Autoren Mira Keune und Volker Bausch präsentierten im Haus auf der Grenze das neue Standardwerk über Point Alpha. Foto: Karl-Heinz Burkhardt

Rasdorf. Wer sich kompakt, aber nicht oberflächlich, leicht verständlich und umfassend, aber nicht ausufernd über die Mahn- und Gedenkstätte Point Alpha informieren will, der wird gerne zu dem 76 Seiten starken neuen Büchlein mit dem fast lyrischen Titel „Point Alpha – Vom heißen Ort im Kalten Krieg zum Lernort der Geschichte“ greifen.

Verständlich erhältlich

Bei der Vorstellung des neuen Werks, das für 10,95 Euro auf Point Alpha und im Internet erhältlich ist, erklärte Mitautorin Mira Keune: „Bei der Konzeption habe ich mir die Frage gestellt, wie ich am liebsten die Geschichte von Point Alpha erzählen würde, damit die Menschen sie verstehen.“ Aus ihrer Zeit als Mitarbeiterin der Point-Alpha-Stiftung, in der sie viele Besucher durch Museum und Freigelände geführt habe, wisse sie, welche Fragen den Menschen am meisten unter den_Nägeln brennen. Deshalb sei es ihr und ihrem Mitautor, dem Direktor der Stiftung, Volker Bausch, wichtig gewesen, die Bedeutung der großen Weltpolitik des Kalten Krieges auf diesen kleinen strategischen Punkt an der innerdeutschen Grenze herunterzubrechen und „das sehr komplexe Thema in leicht verstehbarer Form“ aufzubereiten.

Das Vorbild für Keune, die mittlerweile in der Bildungsstätte Helmstedt tätig ist, lieferte das Werk „Point Alpha – Brennpunkt der Geschichte“ von Klaus-Hartwig Stoll aus dem Jahr 2007, das der Neuerscheinung äußerlich sogar zum Verwechseln ähnlich sieht. Die sechs Kapitel seien in sich schlüssig konzipiert und mit Karten und Fotos anschaulich aufbereitet. Gerade für Schüler, die sich intensiver mit der Thema auseinandersetzen wollten, könne das Buch zu einer Fundgrube werden.

Für Bausch, der sich besonders mit den militärstrategischen Überlegungen zu den Zeiten des Kalten Krieges beschäftigt hat, gibt es eine wichtige Erkenntnis: „Wir können froh sein, dass die Amis hier waren“. Denn Point Alpha habe nur eine symbolische Bedeutung gehabt. „Es war wichtig, dass die amerikanischen Flagge hier wehte. Der Kampfwert des Stützpunkts war gleich Null“, ist er überzeugt. 20 Minuten nach einem Angriff des Ostblocks wären alle auf Point Alpha tot gewesen. Mira Keune wies noch auf die Zeit nach der Wende hin: Die Entstehung des Lernorts Point Alpha sei nicht selbstverständlich gewesen und beinahe gescheitert. „Gedenkorte entstehen nicht einfach so. Das ist immer ein Politikum.“

Von Alexander Gies

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